In den letzten paar Tagen war das Wetter so schön, dass ich so oft, wie nur irgend möglich, auf meinem Dreirad unterwegs war. Fahrrad fahren darf ich ja noch nicht wegen der kürzlichen Operation, aber das hat mir auch ganz gut so gefallen. Normalerweise erlaube ich es mir ja gar nicht, so viel Dreirad zu fahren. Das Dreirad hat einen Elektromotor und tritt sich daher ganz leicht. Man kann nicht wirklich behaupten, etwas für seine Gesundheit oder gar Figur getan zu haben, wenn man nur Elektrodreirad gefahren ist. Es ist keine echte Ertüchtigung damit verbunden. Leider, leider bin aber ich doch so schrecklich dick. Durch die OP habe ich glatt noch 4 Kilo zugenommen. Dabei hab ich doch fast jeden Tag dort nur eine Mahlzeit pro Tag bekommen. Die anderen habe ich immer verpasst.
Das interessiert meinen Körper gar nicht. Jeder bekannten Realität spottend nimmt der glatt vier Kilo zu in einer Woche. Oh Menno, echt mal! Jetzt wiege ich also 94 Kilo. Da ist das Radfahren essentiell so wie jede andere Bewegung auch. Aber ich darf ja gerade nicht. hi hi.
Mit dem Dreirad Fahren ist nämlich unheimlich viel Fahrspaß. Den hätte ich mir sonst nicht gestattet oder vielleicht nur einmal und all die anderen Fahrten hätte ich mit dem Zweirad gemacht. Es gibt aber anscheinend "höhere" Kräfte oder Gewalten, die da der Ansicht sind, Spaß haben sei für mich wichtiger, als ein paar Kilos zu vermeiden.
So bin ich mit dem Dreirad durch die Gegend gegurkt und habe das herrliche Wetter in vollen Zügen genossen. Hier gibt es viele schöne Wege, die man ausprobieren kann. Ich habe jetzt einen gefunden, den ich bei dem Raiffeisenmarkt beginne. Da kann ich auf den Radwanderweg gelangen. Dem folge ich eine Weile, bis er zu Ende ist. Dort fahre ich einfach noch weiter geradeaus. Irgendwann lotst mich der Weg dann um die Kurve und ich komme zunächst nach Klein Gerstedt und dann nach Groß Gerstedt (oder war es jetzt umgekehrt?). Von dort aus führt die Landstraße wieder zurück nach Salzwedel und irgendwann komme ich direkt bei Kaufland wieder vorbei. Der Weg ist 18 Kilometer lang, also etwa eine Stunde mit dem Dreirad. Weil mir das zu wenig war, bin ich Freitag die Tour zweimal hintereinander gefahren.
Gearbeitet habe ich aber schon auch. Ich habe mich mit Nadine getroffen und wir haben eine neue Liste gemacht, was alles erledigt werden muss. Die vorherige Liste habe ich bereits abgearbeitet. Es ist nun an der Zeit, sich Lieferanten zu suchen für Brötchen, Kuchen, Torte, Getränke, Süß Kram und so weiter. Das ist ein zeitraubendes Unterfangen, weil es im Internet so viele davon gibt. Man muss sich das so vorstellen: Da gibt es eine Liste mit Namen. Zu jedem Namen gehört eine Firma. Um mehr zu erfahren, muss man auf die Firma klicken. Dann öffnet sich deren Präsentation. Dann muss man sich da hindurch suchen, muss sich die Produkte anschauen (immer wieder klicken und warten, bis das Bild da ist), die Firmenphilosophie, die Preise und auch wo die Firma ansässig ist. Warum sollte ich eine Firma in Bayern auswählen und nicht eine aus Sachsen-Anhalt, wo ich doch schon mal hier bin?
Ich benötige doch mindestens, also mindestens 10 Minuten pro Firma für die erste Begutachtung. Das werden schnell Stunden. Nadine will mir zum Glück dabei helfen. Ich habe da nicht so viel Spaß dran, stundenlang im Internet herum zu gucken. Nach ein oder zwei Stunden bin ich meistens nicht mehr aufnahmebereit. Es fehlt aber noch so viel. Jana näht jetzt ein Holster Probeexemplar, damit wir sehen, wie wir damit aussehen und wie das so sitzt. Nadine äußerte die Bedenken, dass es vielleicht störend sein könnte, die Taschen so direkt an der Seite zu haben. Erst wenn wir das Probeholster erkundet haben, geht es weiter in Sachen hygienische Kleidung.
Gestern war ein Freund hier und hat weiter Tische und Stühle angestrichen. Ich habe ihm zwei Farben zur Probe gegeben, einmal Ziegelrot und Petrol Blau. Mein Favorit war ja eigentlich Alt Grün, aber das gibt es nicht zu kaufen. Es gibt so einige Grün Töne, die mir leider alle nicht gefallen. Dusty Green haben wir bereits ausprobiert und es war viel zu hell. Man könnte natürlich auch eine Farbe mischen, aber dann muss man gleich sehr viel mischen, um wirklich alles damit anmalen zu können. Ein zweites Mal bekommt man den Ton nicht wieder so hin. Petrol und Ziegelrot sehen beide gut aus und harmonieren auch mit einander. Damit könnte ich mir den Raum gut vorstellen. Einige Tische in Petrol und einige in Ziegelrot. Die farbige Wand auch in demselben Rot, die anderen Wände weiß. Da entsteht eine tolle Vision in mir.
Und schon beginnen Leute zu protestieren. Das nehme ich als gutes Zeichen. In meinem Haus habe ich ja sehr viele Räume farblich gestaltet (und jeden anders) und jedes Mal, aber wirklich jedes einzelne Mal haben vorher Leute Bedenken angemeldet. Als ich den Aufenthaltsraum in Weinrot gestrichen habe, meinten alle, das sei zu viel. Ich solle mich doch lieber nur auf eine rote Wand beschränken, ich würde das viele Rot bald satt haben. Ich folgte aber weiter meiner Vision, strich den kompletten Raum Weinrot und alle vier im Raum befindlichen Türen und die halbhohen Holzpaneele in Weiß. Das sah am Ende super aus und alle waren begeistert.
So war es jedes Mal. Meine Vision nur in Worte gefasst, löst bei den Menschen sofortige Bedenken aus. Ist Sie dann aber Wirklichkeit geworden, gefällt sie allen. Die Bedenken habe ich nun bereits gehört und schreite daher zur Tat. Einzig Nadines Bedenken nehme ich ernster. Sie hat einen tollen Stil und bedenkt immer Dinge, die tatsächlich wichtig sind und auf die ich selbst nicht gekommen bin.
Vor einiger Zeit erzählte meine Freundin Gitta mir von Ted Talk. Ich hatte keine Ahnung, was das war. Viele andere hier wissen das offenbar auch nicht. Diese Entwicklung ist hier an uns vorüber gegangen. Ted Talks sind etwa 10 minütige Vorträge zu interessanten Themen, Ideen und Erfahrungen. Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden, heißt es in der Erklärung. Offenbar hören sich in den Großstädten viele Menschen in ihrer Mittagspause gern mal einen Ted Talk aus dem Internet an. Ich hatte zwar gleich das Gefühl, dies könnte eine tolle Sache sein, bin aber erst heute Morgen dazu gekommen, mir meinen ersten Ted Talk anzuhören:
"Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Benedikt Fischer.
Ich hatte einfach 'Ted Talk, deutsch' bei Google eingegeben. Dann kam eine Liste und aus der Liste hab ich mir diesen Vortrag ausgesucht, weil mir das Thema interessant erschien.
Und das war es auch. Der Vortrag hat mir total gut gefallen. Daraufhin hörte ich gleich noch:
"Alles ist möglich, dem, der da sieht" von Franziska Pohlmann
"Hört! Mir! Zu! Warum wir gute Kommunikation lieben von Bert Helbig
"Eine Philosophie der Musik" von Robert Babicz und
"Die Neurologie des Erfolges" von Alexander Hartmann
Jeder Vortrag ein Treffer! Das ist ja eine großartige Bereicherung! Es gibt unzählige Ted Talks im Internet zu allen nur denkbaren Themen. Ich empfand die Vorträge als sehr inspirierend und bekam gleich Lust, aktiv zu werden und nicht länger herum zu hängen. Später, wenn das Café Anhalt eröffnet hat, will ich dort auch Ted Talk Veranstaltungen machen. Vielleicht an Sonntag Vormittagen oder so. Ich muss dafür Redner und Rednerinnen finden, möglichst erst einmal aus der Region, die Interessantes zu berichten haben. Da diese neue Form der gehobenen Unterhaltung hier noch eher unbekannt ist, muss ich die Leute behutsam da heranführen. Hoffentlich klappt das.
Ich selbst habe mir jetzt vorgenommen, mindestens einen Vortrag am Tag über meinen Lap Top zu hören. Das hält meinen Geist aktiv, versorgt mich mit neuen Ideen, inspiriert mein Schaffen und hält mich auf dem Laufenden. Dabei macht es auch noch Spaß. Ich neige nämlich dazu, mich sehr schnell zu langweilen, insbesondere bei Tutorials am Computer. Da könnte ich manchmal laut aufschreien, wenn derjenige, der mir da etwas beibringen will, erst mal die ganzen Allgemeinplätze runterleiert: "Kennen Sie das auch? Sie wollen xy machen und dann passiert auf ein mal zz..."Uoah! Nein!
Dieses ganze Blah Blah, mit dem der Zuhörer einbezogen werden soll, das ihm das Gefühl geben soll, wir reden von seinem Thema und so, das löst bei mir ADHS aus oder so Die Ted Talker sparen sich das einfach und fangen gleich mit ihrem Vortrag an. Er darf ja auch nur 10 Minuten lang sein. Das ist so wenig, dass für Füllmaterial kein Platz ist. Haut immer hin. Jetzt warte ich auf Synergien. Wo krieg ich die ersten Redner her? Hast du Lust? Und hast du eine interessante Idee zu berichten? Dann ruf mich einfach an. Hier mal meine Nummer: 03901 - 30 444 76
Ich hab auch noch ein paar Kaffeesprichworte gemacht. Hier mal eins davon:
Bis bald eure Kim aus dem Cafe Anhalt.






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