Dienstag, 9. Mai 2017

Eine Registrierkasse

9. Mai 2017
Heute Morgen bin ich leider erst um 20 vor 9 Uhr aufgestanden. Das wollte ich eigentlich nicht, aber in der Nacht tat meine Schulter so weh, dass sie mich wachgehalten hat. Im Morgengrauen ging der Schmerz dann weg. Seltsam, nicht wahr? Der Schmerz kommt und geht ohne erkennbaren Grund. Na ja, zumindest habe ich überhaupt geschlafen. Selina lag auf meiner Bettdecke und wollte wieder nicht mit aufstehen. Na dann schlaf weiter, mein Engelchen.



Nach dem Frühstückskaffe machte ich mich sogleich an die Arbeit. Heute stehen vor allem so Sachen wie Büro aufräumen, Formulare ausfüllen, Telefonate erledigen und so etwas auf dem Programm. Trotz hoher Motivation lässt es sich doch nicht leugnen, dass es Tätigkeiten gibt, auf die ich viel weniger Lust habe als auf andere. Dieser ganze Büro- und Formular Kram gehört definitiv dazu. Ich erinnerte mich an einen Ratgeber für Studenten, den ich vor sehr langer Zeit gelesen habe. Darin wurden viele Tricks beschrieben, wie man sich die Arbeit erleichtert.

Ein Key Point war, man soll so viel Denkarbeit, wie nur möglich, in Laufarbeit verwandeln. Das passt hier auch ganz gut. Statt mir nur Registrierkassen online anzuschauen, kann ich zu Büro Complett rüberfahren und sie vor Ort betrachten.
Ich überlegte mir noch, dass ich immer eine Arbeit, auf die ich Lust habe und eine unlustige im Wechsel machen kann. Ich kann auch noch zwischen aktiven und sitzenden Tätigkeiten wechseln und zwischendrin Fitness einbauen. Das habe ich gestern auch schon so gemacht. Gestern Abend habe ich eine Stunde Trampolin Schwingen gemacht. (Springen kommt in meinem Alter nicht mehr in Frage, aber Schwingen macht auch Muskeln). Und zusätzlich dazu kann ich auch noch zwischen kreativen und administrativen Tätigkeiten hin und her wechseln. Gestern Abend habe ich mir bereits eine Reihe von Kaffee Sprichworten einfallen lassen. Hier ist mal eines davon:



Das gibt ein Chaos? Och, nicht wirklich. Ich habe ja meine lange to do Liste. Solange nur irgendwann alle Punkte darauf ausgestrichen sind, kommt es überhaupt nicht darauf an, wann genau ich die Dinge erledigt habe.
Ich habe also heute Morgen zuerst damit angefangen, meinen Schreibtisch aufzuräumen, aber nur zur Hälfte (okay, das sieht mir wirklich ähnlich). Dann habe ich gewechselt und habe auf Facebook eine Seite für das Projekt Café Anhalt erstellt. Ist übrigens gar nicht so leicht, eher unübersichtlich. Ich musste der Seite einen Namen geben, aber alle Namen, die ich wollte, wurden nicht zugelassen. Schließlich endete es mit Cafeanhalt@wieallesbegann

Ich stellte dort einen Link zu diesem Blog ein und einige Bilder. Auch auf dieser Facebook Seite soll der Fortgang dieses Projektes beschrieben werden.
Danach füllte ich das eine oder andere Formular aus und sortierte die Formulare vom Arbeitsamt. Dann telefonierte ich mit einem Herrn von der Hygiene. Es ging um das Thema Berufsbekleidung. Ich wollte wissen, ob Schürzen wirklich Pflicht sind. Der Herr war überaus freundlich und hilfreich. Ich weiß nun, dass Schürzen nur dann verpflichtend getragen werden müssen, wenn man darunter seine Alltagskleidung trägt.

Wenn wir Blusen oder so etwas tragen, die zum Café gehören und kein Teil unserer Alltagskleidung sind, dann muss man nicht unbedingt auch noch eine Schürze darüber binden. Die Blusen müssen aber sauber sein und es muss einen genügend großen Vorrat davon geben, so dass ich, falls ich mir mal versehentlich etwas auf die Bluse kleckere, die Möglichkeit habe, sofort wieder eine frische Bluse überzustreifen. Über das Material gibt es im Café auch keine Vorschriften, selbst wenn man die Blusen nur bei 30° waschen kann, reicht das aus, sofern sie sauber geworden sind. Das ist ja schon mal sehr gut. Möglicherweise lasse ich die Blusen von Jana nähen. Das muss ich aber erst noch sehen.

Anschließend rief ich bei Büro Complett an und fragte wegen der Registrierkasse nach. Der Verkäufer erzählte mir, dass er zufällig eine vor Ort habe, weil gerade jemand vom Kauf zurückgetreten war. Sonst gibt es eine Lieferfrist von bis zu vier Wochen. Ich könne mir die Kasse gleich einmal ansehen, wenn ich wollte. Oh, eine Gelegenheit sich vor der Büroarbeit zu drücken. Na die ergreife ich doch sofort.

Ich sprang gleich mal in meine Jacke, setzte mir die Mütze auf. Mit meinem tollen Akku Staubsauger staubsaugte ich noch ganz schnell die Küche und wischte sie, bevor ich losging. Das PVC trocknet immer sehr langsam. Da ist es am besten, man macht das, wenn man das Haus für einige Zeit verlässt. Danach bewegte ich mich durch die Baustelle zu dem kleinen Raum, in dem ich mein Fahrrad und mein Dreirad unterstellen darf. Für später hat sich der Vermieter eine andere Lösung ausgedacht, aber dafür müssen die Renovierungsarbeiten noch weiter vorangeschritten sein.

Ich entschied mich, das Dreirad zu nehmen, weil ich auch noch zu Kaufland muss, um den Wocheneinkauf zu tätigen. Das kann ich nicht alles mit dem Zweirad transportieren, jedenfalls nicht mit nur einer Fahrt. Eigentlich will ich alle kürzeren Fahrten aus gesundheitlichen Gründen immer mit dem Zweirad erledigen. Aber der Wocheneinkauf ist dafür zu groß. Allein schon die vier Tüten Milch und die drei Safttüten nehmen den ganzen Platz im Fahrradkorb weg.

Es war nicht ganz einfach, das Gebäude zu verlassen. Die Bahnhofshalle war voller Schutt und kleiner Steine. Ich musste das erst mal wegfegen. Dann liegt jetzt ein großer Stahlträger mitten in der Halle, so dass ich nicht mehr direkt zum Ausgang fahren kann. Und vor der Tür hingen mehrere Stromkabel quer in der Luft. Ich rangierte mich um den Stahlträger und fädelte mich zwischen den Kabeln hindurch.

Als erstes führte mich mein Weg zu Büro Complett, wo ich mir die Registrierkasse vorführen ließ. Ich machte kein Hehl aus meiner Unbeschlagenheit. Von mir aus kann der Verkäufer denken, was er will, solange er mir alles gut erklärt. Die Kasse ist ganz toll und ich will sie unbedingt haben. Was mich am meisten überzeugt, ist die enorme Einfachheit in der Bedienung. Also mit dem Ding umgehen kann wirklich jeder. Dazu kommt noch, dass in der Kasse kein Farbband und auch kein Toner gebraucht wird. Es funktioniert mit Thermopapier. Drei Rollen Papier kosten 6 Euro, informierte der Verkäufer mich.

Die Tasten werden von Büro Complett nach meinen Wünschen beschriftet und ich bekomme das Gerät fix und fertig. Der vom Finanzamt gewünschte Speicherchip ist da natürlich auch drin. Bei der Mehrwertsteuer fing der Verkäufer ein wenig an zu schummeln. Kann der hellsehen? Weiß der, dass ich unter Dyskalkulie leide? (Das ist wie Legasthenie nur im Rechnen) Mit der Rechnung hätte er mich zwar verwirren können, aber ha ha! Ich weiß ja, dass ich Dyskalkulie habe und rechne deshalb alles mit dem Taschenrechner nach. Die Kasse kostet mit Mehrwertsteuer nicht 650 Euro, wie er gemutmaßt hatte, sondern 720. Das ist schon ein kleiner Unterschied.

Trotzdem ist es weniger, als ich erwartet hatte. Ich dachte wir bewegen uns hier im vierstelligen Bereich. Im Café werde ich aber mit dieser Kasse kein Rechenproblem bekommen, denn die Kasse sagt mir immer, wie viel ich herausgeben muss. Ich habe die Kasse für mich reservieren lassen, denn - wie gesagt - sie gefällt mir sehr. Wenn jetzt nicht noch jemand mit einer eben so guten Kasse dazwischen kommt, die statt des langweiligen Schwarzes schöne bunte Farben hat, dann ist diese meine erste Wahl.

Anschließen fuhr ich zu Kaufland und erledigte den Wocheneinkauf. Es ist kalt heute. Das soll unser Mai sein? Fühlt sich ja an wie Februar. Ich brachte mir eine Tafel Schokolade mit, was ich nicht tun sollte, aber ich bin schwach. Es war fast noch schwerer ins Haus wieder hinein zu kommen, als es gewesen war, das Haus zu verlassen. Tatsächlich kriegte ich es nicht hin, das Dreirad durch den schmalen Türeingang zu schieben. Normalerweise fahre ich es hinein, aber das geht jetzt nicht wegen dem Stahlträger, der im Weg liegt.



Der freundliche und immer fröhliche Maurer, der schon seit Wochen hier arbeitet, erledigte das dann für mich. Es fällt mir schwer, meine ganzen Einkaufstüten die 26 Stufen zu meiner Wohnung hinauf zu tragen. Ich bin dreimal gegangen, habe das aber auch in meinem Handy als Trainingseinheit geloggt. Nachdem ich alles ausgepackt und eingeräumt hatte, machte ich mir einen Milchkaffee und wollte eigentlich eine Pause machen. Dafür war ich aber zu Energie geladen. Ich aß meine Schokolade, während ich ein weiteres Formular ausfüllte und meine to do Liste erweiterte.

Inzwischen sitze ich wieder hier und schreibe an diesem Blog. Während ich das mache, ertönt ein ums andere Mal der Tempelgong, der mir anzeigt, dass jemand mir eine Whatsapp geschickt hat. Das sind meine Freundinnen, Jana und Regina, die einen kreativen Flash bekommen haben, als sie meine Kaffeesprichworte gesehen haben. Jetzt dichten sie lauter Werbeslogans. Der hier kam eben gerade von Regina: "Zug verpasst? Café Anhalt - immer eine Verspätung wert." Oder der hier ist von Jana "Mein Akku ist gleich alle - Mit Kaffee wäre das nicht passiert."
Die Schokolade macht mich jetzt müde. Ich werde hier erst mal eine Pause machen und mich auf mein Trampolin begeben.


Inzwischen habe ich 45 Minuten Trampolin gemacht, eben so lange mit Jana telefoniert, weitere 6 Kaffeesprichwörter erfunden und auf Text Gram bearbeitet, ein wenig trommeln geübt und meine Trommelnoten sortiert. Nadine und ich machen nämlichen einen Trommelworkshop mit. Das macht mir echt viel Spaß, insbesondere die Bass Trommeln.
Jana und ich haben ausführlich über die Berufskleidung gesprochen. Wir sehen uns demnächst. Am 17. Mai werde ich in Hamburg Eilbek operiert. Ich habe einen vier Zentimeter großen Kalk Knödel in meiner Schilddrüse, der mir reichlich Schwierigkeiten macht. Der muss raus,

Zufällig muss Gitta am 16. Mai auch nach Hamburg. Sie kommt dann spät abends am 15. bei mir an, übernachtet hier und dann fahren wir morgens früh nach Hamburg. Jana hat früh Schluss und kann sich dann mit mir so gegen halb 12 Uhr an den Landungsbrücken treffen. Wir wollen dann zusammen in ein Geschäft für Berufsbekleidung gehen und in einen Stoffladen (immer wieder schön). Dann sehen wir, ob ich die Berufsbekleidung günstig und schön genug kaufen kann, oder ob ich sie bei Jana in Auftrag gebe.

Jana hat mir schon mehrere Kleider genäht. Sie könnte auch unsere Schürzen herstellen. Sie näht mir auch gerade eine Tunika. Na gut für heute bin ich fertig. Ein bedingt leistungsträchtiger Tag. Aber ich denke, es reicht. Jetzt werde ich es mir vor dem Fernseher gemütlich machen und auf meine süße Selina (wieder mal aushäusig) warten. Bis bald dann.






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