Mittwoch, 7. Juni 2017

Störenergien über Salzwedel

7.6.2017
Gestern hatte ich einen sehr aktiven Tag, obwohl der ganze Tag von Störenergien begleitet war. Heike, meine Schwägerin und hiesige Kartenlegegröße sagte mir, diese Energien dauern noch die ganze Woche an. Also da könnte sie durchaus Recht haben. Trotz Aktivität komme ich hier momentan nicht vom Fleck.

Ich bin sehr früh aufgestanden, weil ich ja wusste, ich habe viel vor. Während des Frühstückskaffees habe ich schon telefonisch einiges organisiert. Ich telefonierte mit dem Finanzamt und merkte einen Termin vor, mit meinem Vermieter hier im Bahnhof wegen eines Schlüssels und mit noch einer dritten Instanz, an die ich mich schon gar nicht mehr erinnere. Nadine rief auch noch an und sagte mir, wir hätten einen Termin in der Bank für heute. Als ich den Bahnhof verlassen wollte, wurde ich mehrfach von Handwerkern aufgehalten. Der Maurer wollte wissen, ob er denn nun die Nische freilegen soll oder nicht. Ich schickte unserem Vermieter eine schnelle Whatsapp, aber er konnte nicht sofort antworten.

Der Klempner wollte von mir einen Schlüssel für den Keller haben. Den haben aber zurzeit bereits die Dachdecker. Um in den Heizungskeller zu gelangen, muss man durch das Treppenhaus, welches von der Deutschen Bahn angemietet wurde. Die Bahn Leute sind da ein wenig speziell. Die machen immer wieder die Tür zu. Es bringt nichts, die Tür mit einem Keil aufzumachen, wenn der nächste Dachdecker oder Klempner herein will, ist die Tür wieder zu. Deshalb können die Dachdecker den Schlüssel nicht an den Klempner weitergeben. Wir beschlossen, noch einen Schlüssel nachmachen zu lassen, aber später sagte mir der Vermieter, es handle sich um einen besonderen Sicherheitsschlüssel, den man nicht nachmachen lassen könne, jedenfalls nicht so ohne Weiteres.

Der Maurer zeigte mir noch voller Stolz den neuen Mauerdurchbruch, an dem er gerade arbeitete. Ich staunte über die Idee, gerade dort einen Durchbruch zu machen. Männer sind in diesen Dingen oft so genial. Ich bin leider mit der Unfähigkeit geschlagen, mir so etwas optisch nicht vorstellen zu können und habe schon etliche freundliche Helfer damit in den Wahnsinn getrieben, dass sie Schreibtische und Schränke mehrfach hin und her tragen mussten: "Stellt den Schrank mal in die Ecke dort... Hm, sieht irgendwie merkwürdig aus, probiert mal die Wand da drüben, ja, das Sofa müsst ihr dann erst mal wegtragen, okay und jetzt den Schrank dahin...Hm, sieht auch seltsam aus...wie wäre es mir dieser Wand hier? ...hm auch nicht so gut...wenn ich es recht bedenke, der erste Platz war doch der beste, Könnt ihr den Schrank wieder dort hin stellen und das Sofa auch wieder zurückholen?...Also eigentlich, im Grunde, passt der Schrank doch gar nicht hier in die Wohnung, könnt ihr ihn in den Keller bringen?"

Als ich dann den Bahnhof verlassen wollte, entdeckte ich, dass mein Ausgang mit einer Plastikplane verklebt war. Die hintere Fassade wird heute mir einem Hochdruckreiniger und Wasser abgesprüht. Der Klempner war aber so nett, mir mein Fahrrad (Zweirad) die Vordertreppe hinunter zu tragen. Ich bin nicht mehr so gut im Fahrräder Treppen runter Schleppen. Dann aber nichts wie los zum Amtsgericht. Ich hatte den Schuldtitel in der Tasche nebst Schreiben von der Vodafone, dass alles bezahlt ist und wollte den Eintrag aus dem Schuldnerverzeichnis löschen lassen - ist ja notwendig für meine Gewerbeanmeldung.

Im Amtsgericht war auch nicht viel los. Ich brauchte nicht zu warten, aber dennoch war mein Besuch dort nutzlos. Man erklärte mir, dass das Amtsgericht Salzwedel solche Dinge nicht mehr erledigte. Das macht jetzt das Amtsgericht Dessau-Roslau. Ich bekam ein Formular, mit dem ich meine Unterlagen dort hinschickten sollte. Tja, das war dann erst mal nichts. Aber ich hatte ja noch mehr vor. Als nächstes fuhr ich zum Arbeitsamt, um die Liegebescheinigung vom Krankenhaus dort abzugeben. Das hatte ich leider vergessen, als ich neulich dort war. Das klappte aber gut. Meine Sachbearbeiterin hatte gerade keinen Termin und nahm mir das Blatt ab.

Von dort aus fuhr ich zur AOK, wo ich dieselbe Bescheinigung ebenfalls abgeben wollte. Außerdem war meine neue Adresse noch immer nicht auf meiner Karte vermerkt. Auch hier musste ich nicht warten und die Sache wurde schnell erledigt, wenn man mal davon absieht, dass der Computer erst mal eine Weile streikte. Unterwegs rief mein Vermieter an und gab sein Okay, für das Freimachen der Nische und erzählte mir, dass wir den Schlüssel für das Treppenhaus nicht nachmachen könnten. Schließlich fuhr ich noch einmal zurück zum Kaufland (Das Arbeitsamt ist beim Kaufland) und kaufte ein paar Kleinigkeiten ein, die ich noch benötigte.

Anschließend fuhr ich zum Tedi, weil ich mir einen Schal kaufen wollte. Ich habe jetzt erst gelesen, dass ich meine Narbe am Hals sechs Wochen lang mit einem Schal bedecken soll, wenn ich nach draußen gehe. Eine gute Ausrede, sich etwas zu kaufen, aber Tedi hatte gerade keine Schals. Da ich schon einmal am oberen Ende von Salzwedel war, ging ich auch noch zu Rossmann. Ich bin gerade auf der Suche nach einem neuen Parfum. Kürzlich hatte ich da mal eines getestet und im Nachhinein bemerkt, dass der Duft mir sehr gefallen hatte. Aber welches war das?

Die Verkäuferin war nicht so wirklich nett zu mir, muss ich sagen. Obwohl sie mir meine Fragen alle beantwortete, schob sie mir aber auch das Gefühl rüber, ich würde sie nerven. Ich habe bestimmt nicht genervt, dazu bin ich viel zu nett. Und dann passierte es auch noch, dass ich mich mit dem Reißverschluss meines Portemonnaies am Finger verletzte. Es blutete und ich wollte mir Pflaster kaufen, fand das Pflaster aber nicht so schnell. Ich sprach dieselbe Verkäuferin noch einmal an und bat sie mir zu zeigen, wo das Pflaster ist. Sie wies auf ein Regal und sagte indigniert: "Sie stehen direkt davor." Ich starrte angestrengt auf das mit unendlich vielen Kleinigkeiten vollgestopfte Regal: "Durex Gefühlsecht?"
"DANEBEN!"

Ich fand das Pflaster, erbat mir an der Kasse eine Schere, die mir unter völligem Schweigen gereicht wurde - spinnen die heute denn alle? - und verarztete mich selbst. Auch als ich die Schere mit Dank zurück reichte, wurde ich keines Wortes gewürdigt. Wissen die eigentlich, wie Scheiße sich das anfühlt? Auch wenn ich so aussehe, ich bin alles andere als eine senile Oma, die sich nicht mehr zurecht findet. Und selbst wenn ich das wäre, so wäre das ein Grund mehr, nett zu mir zu sein, oder? Ich habe beschlossen, künftig nicht mehr zu diesem Rossmann zu fahren, sondern bei dem in der Innenstadt zu kaufen. Zum Glück gibt es zweimal Rossmann in Salzwedel.

Dann fuhr ich zu Mc Geiz und kaufte mir dort ganz billig einen Rundschal in Beige.
Und anschließend entdeckte ich noch einen witzigen Schal ebenfalls für nur wenig Geld beim Hong Kong Shop:
 


(Dann war ich fertig und es war erst 12 Uhr.
Ich hatte noch nicht gegessen und fuhr deswegen zu Obi, um mich dort in das kleine Café zu setzen. So seltsam es klingt, aber dort fühle ich mich wohler als in jedem anderen Café in Salzwedel. Ich aß dort ein Würstchen und ein Stück Kuchen. Die Bedienung dort ist so lieb und fürsorglich und immer guter Laune. Da fühlt man sich willkommen. Dann wusste ich nicht mehr so recht, was anfangen mit dem Tag. Ich hatte das Gefühl am Vormittag bereits den einen oder anderen Berg bewegt zu haben durch all die vielen Gespräche und alles.
 
Den Nachmittag verbrachte ich mit Herumdaddeln, etwas Lesen, etwas Solitär spielen, etwas Wäsche Waschen und schließlich fernsehen. Schließlich bin ich keine Leistungsmaschine.
Heute früh stand ich wieder um 7 Uhr auf, denn ich hatte einen Termin in der Bank. Heike hat wohl Recht, was das Andauern der Störenergien betrifft, denn mein Anliegen in der Bank konnte heute nicht erfüllt werden. Nach einer halben Stunde Warten musste die Sachbearbeiterin mir sagen, dass sie mit dem neuen System einfach noch nicht so gut klar kommen und sie hätten nicht herausgefunden, wie sie das jetzt machen müssen.

Ist gar nicht schlimm, dann komme ich halt morgen wieder. Inzwischen habe ich mit Nadine Kaffee getrunken und sie gab mir den Rat, erst mal in Dessau beim dortigen Amtsgericht anzurufen und zu fragen, was ich denn alles beifügen müsse. Ein guter Rat, wie immer. Und sie hatte auch tatsächlich Recht. Die wollen so Sachen wissen wie, wer war der Anwalt, wer hat gepfändet. Puh! Keine Ahnung! Das passiert doch einfach so. Aber der Mann am Telefon gab mir den Rat, ich solle doch selber erst einmal einen Blick ins Schuldnerverzeichnis werfen. Es kann nämlich sein, dass ich da schon gar nicht mehr drin stehe, da die Sache schon einige Jahre zurück liegt. Er sagte mir auch, wie das geht.

Man geht bei Google auf www.vollstreckungsportal.de
Dort muss man sich dann registrieren, was nicht ganz so einfach ist, wie wir es von anderen Foren gewohnt sind. Es ist aber auch nicht kompliziert. Ich habe mich registriert und muss nun warten, dass mir ein Pin per Post zugesendet wird. (Verzögerungen, Störenergien... oh fraget Heike, das Orakel von Salzwedel) wie es dann weiter geht, kann ich dort auf dem Portal unter Hilfe herausfinden, sobald ich meinen Pin bekommen habe. Wäre es nicht lustig, wenn sich herausstellen würde, dass ich gar nicht mehr im Verzeichnis drin stehe? Ist aber eher unwahrscheinlich, woher sonst hätte das Amt denn davon gewusst? Es war ja die Dame vom Gewerbeamt, die mich auf diese Sache aufmerksam gemacht hat. Nun ja, man wird ja noch träumen dürfen.

Dann bin ich auch heute wieder zum Kaufland gefahren, um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Das kommt dabei raus, wenn man immer mit dem Zweirad unterwegs ist. Mit dem Elektrodreirad könnte ich alles auf einmal transportieren. Allerdings komme ich zurzeit nicht aus dem Gebäude damit, weil die Tür verklebt ist. Und überhaupt brauche ich das Training. Als ich an der Kasse fertig war, traf ich Elke. Wie schön! Da sie Zeit hatte, setzten wir uns dort in das kleine Café und bestellten uns etwas. Während wir noch klönten, kam eine Freundin von Elke hinzu. Ihren Namen habe ich nicht mitbekommen, aber wir unterhielten uns dann gleich über das geplante Café Anhalt und die nette Frau gab mir allerlei gute Tipps, worauf ich beim Kaffee achten muss. Sie war nämlich vom Fach.

Jetzt weiß ich zum Beispiel folgendes: Ich muss (unter anderem) besonders darauf achten, wie der Espresso schmeckt, weil aus dem Espresso dann auch mehrere der anderen Kaffee Spezialitäten gemacht werden. Okay, gut zu wissen. Während wir noch den Kaffee austranken, begegneten wir Karin, die sich zu mir setzte und später tauchte auch noch Hilma auf. Entsprechend dauerte es ein Weilchen, bis ich wieder aus dem Kaufland Gebäude heraus war. Inzwischen hatte es tüchtig geregnet, was wir drinnen überhaupt nicht mitbekommen hatte. Mein Sattel war ganz nass, was aber auch nicht so schlimm ist.

Als ich am Bahnhof ankam, konnte ich erst recht nicht ins Gebäude herein kommen, denn inzwischen wurde die hintere Fassade genau an der Stelle abgespritzt, wo der Eingang ist. Da hätte ich eine schöne Dusche bekommen. Mein Fahrrad ist jetzt erst mal draußen geparkt. Ich würde sowieso gern noch ein bisschen fahren, wenn mir noch etwas einfällt, was ich noch besorgen könnte. Sobald ich hier wieder angekommen war, den Einkauf ausgepackt und Selinchen abgefüttert hatte, packte mich mein altes Leiden, die Fakemüdigkeit. Ich nenne sie Fake, weil sie nicht echt ist. Ich bin gar nicht müde, es fühlt sich nur so an. Gnadenlos machte ich 40 Minuten auf dem Trampolin, statt mich hinzulegen.

Hinterher war ich immer noch fakemüde. (Grummel) Etwas erledigen ist wirklich die beste Maßnahme dagegen, aber mir fällt einfach nichts mehr ein. Auf dem Schreibtisch gibt es natürlich schon noch einiges, aber das sind Tätigkeiten, für die man Kraft und Disziplin braucht, um sich ihnen zu widmen. Die bringe ich im fakemüden Zustand nicht auf. Da gehen nur zwei Sachen: Entweder Bewegung oder Schreiben. Beides Dinge, die mir Kraft geben, Früher hatte ich auch noch Rasen Mähen, aber jetzt habe ich keinen Rasen mehr. Geld Ausgeben funktioniert übrigens auch noch gut, aber dem muss ich energisch einen Riegel vorschieben. Ich hab ja jetzt schon zwei Schals gekauft.


 
 
Ach ja, Uwe Lübbermann, der Erzdemokrat aus Hamburg hat sich gemeldet. Ich bekam eine kurze Mail von ihm und eine längere, sehr nette von Elena, einer Reglerin (Frau die Dinge regelt). Ich kann an einem Workshop dort teilnehmen oder einen hier in Salzwedel veranstalten. Mal sehen, ob sich hier noch mehr Leute dafür interessieren. Allerdings habe ich auch gar nichts dagegen, nach Hamburg zu fahren. Neue Leute kennenlernen, gefällt mir immer. Und er gibt auch Einzelberatungen. Das ist gut. Das werde ich sicher in Anspruch nehmen.











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