Donnerstag, 18. Oktober 2018

Ach, doch lieber nicht.

18.10.2018
Schon wieder habe ich eine ganze Weile nicht gepostet. Das lag durchaus auch an dem guten Wetter. Da wollte ich lieber mit dem Dreirad in der Gegend herumfahren oder auf dem Balkon sitzen. Das war aber nicht der ganze Grund. Irgendwie hat mich das alles gestört. Ich sollte mir einen professionellen Blog anlegen, der so und so aussehen muss und die und die Beiträge enthält und natürlich sehr häufig gefüttert werden muss. Und prompt hatte ich keine Lust mehr. Warum muss sich immer alles der Zweckmäßigkeit und den Gesetzen des Geldverdienens unterordnen? Vielleicht funktioniert es ja auch anders.

Ich mache es jetzt in Zukunft so: Ich schreibe einfach, was ich will und erschaffe auf diese Weise Texte, die zu schreiben mich entweder entspannt oder mir Spaß macht. Und vielleicht stellt es sich ja heraus, dass es einige Menschen gibt, die das auch gerne lesen möchten. Könnte doch sein, oder? Wer Lust hat, kann sich auch gern dazu äußern. Aber du kannst auch einfach schweigen. Sei du selbst. Das hab ich ja auch jetzt vor. Okay, worüber möchte ich denn jetzt erzählen bzw. was möchte jetzt gerade aus mir heraus geschrieben werden?

Ich freue mich immer noch über meine tolle Wohnung. Ich wohne ja erst seit dem 1. Juni offiziell hier. Das heißt, ich habe diesen legendären, unendlich warmen, nicht enden wollenden Sommer hier verbracht, da der ja im Mai schon begann. Ich zeige euch mal meinen Balkon, mal sehen, ob das mit dem kleinen Video klappt. Erst mal zwei Fotos:







 
Könnte sein, dass es funktioniert hat. Eigentlich habe ich noch viel mehr Videos auf dem Balkon gemacht, aber die meisten davon erschienen mach dem Übertragen in den PC auf der Seite liegend. Keine Ahnung, wieso. Gemacht habe ich alle aus derselben Position. Manchmal hat die Technik anscheinend ihren eigenen Willen.  
 
Und dies hier ist mein neuer Coaching Raum:
 
Wie man vielleicht erkennen kann, führt die Balkontür direkt hinaus auf die Terrasse. Auch direkt aus dem Coaching Raum kommt man in die große Küche, die ich bei der Arbeit als Teeküche verwende. Schaut mal, ist die Küche nicht traumhaft? Sooo viel Platz.
 
 
 
In Kürze wollen wir dort vor dem Halloween Ritual mit einer kleinen Gruppe von Teilnehmern Kürbisse ausschnitzen. Zwei Teilnehmerinnen haben mich danach gefragt. Ja klar machen wir das, jetzt wo ich wieder eine entsprechende Küche habe. Die Kürbisse habe ich auch schon. Auf dem Weg von Salzwedel nach Lüchow, ich weiß leider nicht genau, auf welcher Höhe, da steht auf der rechten Seite ein Holzwagen mit Kürbissen in unterschiedlicher Größe. Ich war mit einer Freundin dort und wir haben einige Kürbisse gekauft. Sie sind dort auch wirklich sehr preiswert. Eine Kasse ist direkt am Wagen angeschweißt und man wirft das Geld dort hinein. Haben wir natürlich gemacht. Versteht sich. Bisher habe ich noch gar nicht wirklich in der Küche gekocht, höchstens mal ein Ei gebraten. Ich freue mich schon auf das Ritual.
 
Wir werden es direkt in dem Wald machen, der uns umgibt. Kann man das auf dem Foto vom Balkon sehen? Der Wald steht direkt vor meiner Terrasse. Hier nochmal ein Bild, das ich direkt auf dem Balkon geschossen habe:
 
Und hier bin ich zu sehen, auch im Coaching Raum:
 
Nu ja, man wird nicht jünger. Ich wurde letzten Monat 61 Jahre alt, fühle mich aber prima. Schließlich mache ich auch jeden Tag eine Stunde Fitness. In meinem Schlafzimmer habe ich vier Fitnessgeräte: Ein Laufband, eine Rüttelmaschine, ein Trampolin und einen Stepper. Ich benutze sie täglich. Leider habe ich das Trampolin kaputt getrampelt. Mehrere der Gummizüge sind inzwischen gerissen und gegenwärtig kann ich es nicht riskieren, darauf herumzuhopsen. Das fehlt mir sehr, aber ein Freund meinte, er könne es reparieren.  Einfach mal eben so ein neues kaufen, geht nicht. Ich bin ja jetzt wieder selbständig, zumindest teilweise und da muss ich mit den Einnahmen zuerst die Ausgaben decken, bevor ich etwas extra kaufen kann.
 
Das hier ist definitiv meine Terrasse, aber nicht meine Katze. Das ist Peach, eine Katze, die hier in der Siedlung wohnt. Hier gibt es drei Katzen und alle kommen nachts, manchmal auch tagsüber durch Selinas Katzenklappe und futtern das Futter weg. Wenn sie sich dabei in der Wohnung begegnen, geht eine Rauferei los, von der Lienchen und ich natürlich wach werden. Als wir kürzlich aus dem Bett sprangen und ins Wohnzimmer sprinteten, fanden wir den Fußboden übersäht mit roten Haarbüscheln. Arme Peach. die waren wohl alle von ihr. Ich muss da etwas unternehmen, aber ich denke noch darüber nach. Es fällt mir schwer, hier eine Entscheidung zu fällen.
 
Die Lösung wäre gar nicht so schwer. Inzwischen gibt es Katzenklappen, die auf einen Chip reagieren, den man der Katze vom Tierarzt implantieren lässt, also kein Halsband mehr, an dem sie sich aufhängen können, nur ein winziger Chip unter der Haut. Dann könnte außer Lienchen keine Katze mehr durch die Klappe. Nur finde ich die anderen auch so süß und habe sie schon in mein Herz geschlossen (Selina hat das nicht. Sie will die Kollegen lieber loswerden.) Ich muss nachdenken.
Das hier ist meine Selina, wie sie auf dem Terrassenzaun herumturnt.
 
 
Gestern hatte ich Sprechstunde. Ich mache jetzt jeden Mittwoch Nachmittag von 15 Uhr bis 17 Uhr eine kostenlose Sprechstunde im Café Frida in Salzwedel. Es war verblüffend voll. Sechs Personen wollten mit mir sprechen. Ich habe dann überzogen. Eigentlich schließt das Frida schon um 17 Uhr, aber wir durften noch bleiben, solange Nadine noch aufgeräumt und geputzt hat. Aber so gegen 19.30 Uhr ging dann direkt über unserem Tisch das Licht aus. Ich meinte: "Nadine will uns wohl etwas sagen." Meine letzte Klientin und ich gingen dann auch brav und begaben uns ins Amadeus, wo wir weiter redeten. Wenn jemand gerade in einer Krise steckt, lässt man ihn nicht hängen. Anschließend sind wir sogar noch zu mir nach Haus gefahren und haben zusammen einen Film geschaut.
"Lady in the water" ein ganz wundervoller Film des Regisseurs M. Night Shyamalan.

Angst und Panik Attacken waren ein Thema in letzter Zeit. Das betraf mehrere Klienten. Ich habe ihnen erzählt, dass Angst eigentlich Kraft ist, eine Kraft, die wir noch nicht verstehen und sie deswegen ausschließen wollen. Stelle dir vor, du hättest ein Problem und bittest Gott um Hilfe. Und Gott schickt dir einen Riesen. Du machst deine Tür auf und siehst den Riesen auf dich zukommen. Erschrocken knallst du die Tür wieder zu, stemmst dich dagegen und schreist: "Warum denn das auch noch? Hab ich nicht genug Probleme?" Du fürchtest dich vor dem Riesen, weil du nicht erkannt hast, dass er kommt, um dich zu unterstützen. So ist es mit diesen scheinbar plötzlich auftretenden Panik Attacken auch. Bei ihnen handelt es sich um große Kraft, die Einlass begehrt, um ein Teil von dir zu werden.

Da wir aber instinktiv versuchen, die Angst loszuwerden, von uns weg zu schieben (ich habe sogar gehört, dass einige Therapeuten ihren Klienten geraten haben, die Angst auszuatmen), lassen wir diese Kräfte gar nicht zu uns herein. Wir können die Angst nicht loswerden. Sobald sie einmal da ist, ist sie ein Teil von uns, hat auf dieser Erde kein anderes Zuhause, zu dem sie gehen könnte als uns und wird nicht aufhören, gegen die Tür zu klopfen.
Wenn wir damit beginnen, die Energie der Angst in kleinen behutsamen Schritten in uns einzuatmen (EIN, nicht aus), kann die Kraft sich in unserer Seele etablieren.
Das allerdings führt dann unweigerlich zu einigen Veränderungen. Etwas in uns beginnt zu wachsen und der Tag wird kommen, wo du plötzlich keine Bereitschaft mehr hast, ja zu sagen, wenn du nein denkst. Auf einmal hast du keine Geduld mehr, nein zu sagen, wenn du eigentlich ja fühlst.

Da will etwas in dir deine zu engen Grenzen sprengen. Wenn du dann nicht mitspielst und dich auf Teufel komm Raus disziplinierst, auch weiterhin der gleiche zu sein, das gleiche für richtig zu halten und die gleichen Grenzen um dich herum zu akzeptieren, wirst du dich bald fühlen wie ein Luftballon, der demnächst platzt. Bei diesem ganzen Prozess geht es um Entwicklung, Expansion deiner Seele. Du musst dann neue ethische Grundsätze finden, die dich nicht mehr so sehr begrenzen. Auch darum ging es gestern in den Gesprächen. Manchen Menschen erscheint die Vorstellung, etwas einfach für sich zu tun schon egoistisch. Sie sind viel mehr für andere da als für sich. Das ist eine viel zu enge Grenze.

Manchen Menschen erscheint es völlig inakzeptabel einer kranken Person die Wahrheit zu sagen. Egal wie übel sich die Kranke auch aufführt, sie reagieren mit Geduld und Liebe darauf, weil sie meinen, das müsse so sein. Liebe ist ja auch nicht verkehrt. Liebe kann die Grundlage und auch die Form sein, mit der die Wahrheit präsentiert wird, etwa so: "Ich verstehe, wie schlecht du dich fühlst und wie elend es dir geht, aber dennoch verletzt mich dein Verhalten und ich will nicht mehr so von dir behandelt werden." Das geht auch noch 'nen Zacken schärfer natürlich: "Auch als Mensch in Krankheit und Leid steht es dir nicht zu, mich wie Dreck zu behandeln und laufend meine Gefühle zu verletzen".

Es gibt auch noch andere Themen, aber immer geht es um Sprengen von inneren Grenzen. Die Angst, welche sich in Kraft verwandelt, will uns zum Wachsen bringen. Das aber bedeutet Veränderung. Wir können uns nicht verwandeln, ohne dass sich dabei auch etwas ändert. Das ist ein spannendes Thema nicht wahr? Ich habe sehr vieles darüber in meinem Buch "Der Wendepunkt der Angst" geschrieben. Insbesondere dieser Thematik, wie wir herausfinden können, um welchen inneren Wachstumsprozess es geht und wie wir diesen Prozess unterstützen können, ist in dem Buch ein sehr ausführliches Kapitel gewidmet. Jeder Mensch hat ja seinen eigenen Prozess und seine eigenen Themen. Viele wissen gar nicht, was eigentlich inneres Wachstum ist.

Neulich erst sagte eine Klientin zu mir, sie würde sehr gern bestimmte, geführte Meditationen hören, bei denen sie immer ganz friedlich und sanftmütig werde. Wann immer sie heftige Energien verspüre wie Wut oder Zorn, würde sie sich sogleich hinlegen und ihre Erzengel Meditation hören und werde wieder ganz sanft. Sie könne richtig merken, wie sie an dieser Meditation wachse.
Das ist ein fataler Irrtum. Sie wächst nicht, sie wird kleiner. Wut und Zorn sind machtvolle Kräfte in uns, sie sind wie die massiven Wurzeln, die den Baum in der Erde festhalten. Oder wie dicke Äste am Baum unseres Lebens. Sie immer und immer wieder zugunsten bevorzugter anderer Emotionen abzuschneiden, verhindert das Wachstum. Wir werden zum Bonsai. Diese kostbaren Kräfte darf man nicht wie Unkraut behandeln und sie immer wieder ausreißen.

Sie sind kein Unkraut. Sie sind die Kräfte, die uns stark, tatkräftig, mutig, wehrhaft und aufrecht sein lassen. Ohne sie werden wir immer nur Opfer sein, immer herumgeschuppst werden und nie unsere Ziele erreichen. Harmonie und Sanftmut sind auch wichtig, sie sollen ja auch nicht wie Unkraut entfernt werden. Aber ein Garten, in dem nichts anderes blüht als Veilchen, ist auch irgendwie langweilig. Natürlich müssen wir lernen, mit unserer Wut richtig umzugehen. Der Kernfehler, den viele begehen, besteht darin, dass sie ihre Wut an anderen auslassen. Also dazu ist die Wut nicht da. Das Feuer ist nicht dazu da, dass du deinen Nächsten damit verbrennst, sondern dein Haus wärmst. Zu diesem Thema habe ich übrigens auch ein Buch geschrieben "Keine Liebe ohne Hoffnung". Darin geht es um die vielfältigen Wachstumsprozesse, die sich zum Beispiel aus Konflikten ergeben können. Falls das gerade dein Thema ist, meine Bücher gibt es bei Amazon aber auch überall im Buchhandel.


Am Sonntag ist im Café Frida ein Frühstücksbuffet mit Lifemusik. Ich habe mich dazu angemeldet und freue mich schon darauf. Unser Band Leader Thorsten Urban spielt und noch jemand. Anschließend fahre ich dann mit dem Zug nach Hamburg und besuche Jana. Wir wollen zusammen eine Veranstaltung besuchen. Mal sehen, wie es wird. Ich kann ja anschließend darüber berichten. Für heute lasse ich es gut sein. Zum Schluss noch ein cooles Bild von mir aus meiner Frühkindheit. Bin ich nicht ein moppeliges, süßes Baby? Das Bild dürfte so um 1958 aufgenommen worden sein. Tschüss bis bald.













Freitag, 13. April 2018

Die innere Stadt - eine schamanische Methode


Kim Barkmann über die Arbeit mit der inneren Stadt


 

Stellen sie sich vor, sie wären eine Stadt. Ja, sie haben richtig gelesen, eine Stadt. Nehmen sie sich dafür eine mittelalterliche Stadt mir einer hohen Stadtmauer, die von Wächtern und Soldaten bewacht und beschützt wird. Sie selbst sind die Königin der Stadt, wenn sie eine Frau sind und der König, sofern sie ein Mann sind. Das bedeutet, es ist ihre Aufgabe, diese Stadt königlich und dennoch demokratisch zu regieren. Aber sie sind nicht nur König oder Königin, sie sind auch jeder andere in der Stadt, jeder Bäcker, Zimmermann, Hufschmied, jede Dienstmagd, Hofdame oder Kaufmannsfrau und natürlich sind sie auch jeder Trinker in der Kneipe und jeder Bettler auf der Straße. Um die Stadt herum wohnen Bauern, die das Land bestellen, die aber ebenfalls zur Stadt gehören. Es gibt auch ein Kloster mit einigen Bewohnern, die sich ganz der Spiritualität geweiht haben. Das alles und auch alles weitere, was ihnen dazu einfällt, das sind nun also sie. Nehmen sie das Ganze einfach als ein Spiel. Spielen sie mit und stellen sie sich vor, sie wären diese Stadt.

Nun besteht die Aufgabe darin, jedem Menschen in der Stadt zu einem zufriedenen Leben zu verhelfen. Die Menschen aber, das sind in Wahrheit ihre inneren Anteile. Ihre Wut zum Beispiel können sie als einen der Soldaten verkörpern, aber auch als Störenfried, der von den Soldaten verhaftet und vor den König gebracht wird. Als König oder Königin, müssen sie nun den Störenfried befragen, warum er sich so aufführt. Wenn sie sich wirklich auf dieses Spiel einlassen und ihrer Wut in Gestalt des Störenfried wirklich eine Stimme verleihen, dann werden sie in seiner Antwort vielleicht den Grund erfahren, warum sie in bestimmten Situationen immer wieder wütend werden. Vielleicht sagt der Störenfried: „Ich wüte, weil ich nie bekomme, was ich wirklich brauche.“ Was auch immer er sagt, es geht nicht darum, ihn zu verurteilen und aus der Stadt zu verbannen, denn – wenn sie sich erinnern – sie sind ja jeder in der Stadt, also sind sie auch der Störenfried und sie können keinen Teil ihrer Selbst so einfach loswerden. Das wäre auch nicht gut, insbesondere nicht, wenn es sich um eine so kostbare Energie wie Wut handelt, Glauben sie mir, der Störenfried würde ihnen später fehlen, wenn sie in ihrem Leben einmal in eine Situation kommen, wo sie sich rigoros wehren müssen. Dort benötigen sie seine Kraft. Daher achten wir bei der Arbeit mit der inneren Stadt stets darauf, eine bessere und demokratischere Lösung zu finden. Wir müssen herausfinden, was der Störenfried benötigt, um seine Energie für die Stadt einzusetzen und nicht länger gegen sie. Und wie könnte das zum Beispiel aussehen?  Gehen wir einmal davon aus, der Störenfried hat die obige Antwort gegeben In dem Fall fragen wir ihn natürlich, was es denn ist, das er braucht. Möglicherweise antwortet er dann:

„Ich brauche meine Freiheit, um zu tun und zu lassen, was ich will.“ Sie antworten möglicherweise darauf mit: „Und wenn ich dir diese Freiheit gebe, was wirst du dann tun und lassen?“

„Ich werde essen, wenn ich hungrig bin, schlafen, wenn ich müde bin und arbeiten, wenn ich Lust dazu habe.“

So eine Antwort deutet darauf hin, daß sie sich zu sehr durch feste Regeln einengen. Ihnen fehlt die Freiheit, ihrem inneren Impuls zu folgen. Es muß jetzt ein Raum gefunden werden, in dem sie sich selbst die Erlaubnis geben können, frei und nicht nach Plan zu leben und den inneren Impulsen nachzugehen.  Dazu müssen wir aber eines noch klar verstehen. Der nach Freiheit strebende Störenfried verkörpert nur einen Teil ihrer selbst und nicht ihr ganzes Ich. Wenn dieser Aspekt ihres Ichs nach Freiheit ruft, ist es dafür nicht erforderlich, daß sie selbst ihren Job aufgeben, Aussteiger werden und sich ihr ganzes Leben lang der Befriedigung der Bedürfnisse des inneren Störenfriedes widmen. Eine teilweise Befriedigung würde die Störung schon heilen. Dafür sehe ich mehrere Möglichkeiten. Wir könnten dem Störenfried ein Haus geben und ihm zusagen, daß er sich in diesem Haus verhalten und bewegen darf, wie es ihm beliebt, solange er niemand anderem dadurch weh tut. Für sie selbst bedeutet dies, sie haben die Möglichkeit, sich mit ihrem inneren Störenfried zu identifizieren, wenn sie zuhause sind. Dort kann er seine Freizeit gestalten und sich die Freiheit nehmen, einmal nicht auf die Wünsche und Bedürfnisse anderer einzugehen.

Ich habe diese Methode aus den alten Formen des schamanischen Reisens und Visionierens weiter entwickelt. Die Visionsreise ist ein mittlerweile vielfach anerkanntes schamanisches Instrument der Psychologie geworden. Sie ist in drei Hauptformen bekannt. Die ursprünglichste Form des schamanischen Reisens sah vor, dass nicht der Klient, sondern der Schamane oder Medizinmann eines Dorfes seinen Geist in die „Unterwelt“ auf Reisen schickt, um dort etwas zu erledigen oder zu holen. Sehr bald entwickelte sich daraus die nächste Form. Nicht der Schamane, sondern der Klient schickt seinen Geist auf Reisen, um etwas Wichtiges zu erledigen oder zu finden und wird von seinem Schamanen dabei gleitet und beschützt. Diese Methode findet heutzutage vielfach Anwendung in der modernen Psychologie. Die dritte Form, die oft unter der Bezeichnung „geführte Meditation“ bekannt ist, schickt ebenfalls den Klienten in seinem Geist auf die Reise. Hier wird jedoch nichts gesucht oder durchgeführt. Der Klient wird statt angeleitet, sich selbst zum Beispiel auf einer grünen Wiese zu sehen, an einem schönen Strand oder im Wald, wo er Ruhe finden und entspannen kann.

Da ich mehr der schamanischen Tradition verhaftet bin als der meditativen Richtung, habe ich die Arbeit mit der inneren Stadt aus der zweiten Form des schamanischen Reisens entwickelt. Mit gefällt der Gedanke, dass wir in der Vision wichtige Dinge erleben und aktiv etwas bereinigen können. In diesem Sinne sind Visionsreisen überhaupt eine großartige Methode, sich in die eigene Innenwelt zu begeben und dort etwas in Ordnung zu bringen. In dieser Arbeit hat es sich gezeigt, dass ein jeder Klient innerlich so vielschichtig und vielfältig strukturiert ist, dass sein Selbst sich wie eine ganze Stadt darstellt mit all den vielen verschiedenen Bewohnern, die ihren jeweils unterschiedlichen Aufgaben nachgehen. So entstand die Arbeit mit der inneren Stadt ganz natürlich anhand der Erfahrungen, die meine Klienten und ich mit der Zeit gemacht haben.

Wenn ein Klient mit einem Anliegen zu mir kommt, für das sich diese Methode eignet, dann beginne ich die Arbeit zumeist folgendermaßen. Ich bitte den Klienten, sich seine innere Stadt vorzustellen, insbesondere den Marktplatz, auf den sein Thron steht. Der Klient selbst sieht sich nun als König, dessen Aufgabe darin besteht, den inneren Frieden wieder herzustellen. Der Seelenanteil, welcher eine Disharmonie erzeugt, wird aufgefordert, vor dem König zu erscheinen. Mein Klient visioniert nun diesen Seelenanteil in einer menschlichen oder zumindest menschenähnlichen Gestalt. Das ist sinnvoll, da wir mit einem Türgriff oder einer Duschhaube nicht besonders gut kommunizieren könnten.

Kürzlich hatte ich einmal die Gelegenheit folgendes in einer solchen Sitzung zu erleben: Mein Klient war ein Student, der zwar sehr gute Leistungen erbrachte, aber zugleich unter großen Zukunftsängsten litt und sich sehr schwer damit tat, mit seiner Arbeit zu beginnen. Er fühlte sich zweigeteilt. Einerseits neigte er dazu, sehr hohe Anforderungen an sich selbst zu stellen, (denen er im Endeffekt auch immer gewachsen war) andererseits scheute er vor diesen hohen Anforderungen zurück und litt unter Ängsten und Depressionen im Vorfeld jeder zu erbringenden Leistung.

In der inneren Stadt rief er zunächst den „Anforderungen-Steller“ herbei. Dieser erschien schwungvoll und selbstbewusst in Gestalt eines Musketiers. Ich erinnerte meinen Klienten daran, dass die Musketiere die Leibgarde des Königs waren. Der Musketier sagte, er sei dazu da, den König anzutreiben und zu kontrollieren. Als mein Klient ihn darauf aufmerksam machte, dass er sich diesen Anforderungen nicht gewachsen fühlte, zeigte der Musketier sich ratlos. Wir riefen daraufhin die Angst vor den Thron. Die Angst erschien in Gestalt eines Mönches, eines Mannes, der sein Leben dem Frieden und der Spiritualität gewidmet hatte. Der Mönch riet dazu, nicht so energisch voranzuschreiten, sondern inne zu halten und sich auf sich selbst zu besinnen. Als beide vor dem König standen, wurde etwas deutlich: Ihre Rollen waren vertauscht. Der Musketier fungierte als Berater des Königs, obwohl seine Energien weitaus besser geeignet wären, die Truppen zu befehligen. (Die Truppen verkörpern hier die aggressiven Energien des Klienten, welche unabdingbar sind, um sich den Herausforderungen seines Studiums erfolgreich zu stellen). Und der Mönch, welcher als Betrater des Königs viel besser geeignet wäre, fungierte als Befehlshaber der Truppen, (die er aber stets zurückhielt und ihnen sagte, sie sollen lieber Frieden halten.)

Für den Klienten bedeutet das folgendes. Wenn Energie und vorwärts Stürmen in seinem Leben angesagt ist, also wenn er sich auf ein neues Referat stürzen sollte, um es „in Angriff“ zu nehmen, dann rät ihm die Angst, sich statt dessen doch lieber auf sich selbst zu besinnen, zu verharren und nicht zu handeln. Das aber bringt ihn in Konflikt mit den Anforderungen, so dass er sich selbst wegen seines Zauderns und Zögerns kritisiert und verurteilt.

Ich schlug ihm vor, die beiden ihre Rollen tauschen zu lassen. Daraufhin ernannte mein Klient den Musketier zu Oberbefehlshaber der Truppen und den Mönch zum Berater des Königs

Durch den Rollentausch wurde jeder dieser Anteile auf den ihm zukommenden Platz gerückt mit dem entgegengesetzten Element als Polarität. So wird es meinem Klienten leichter fallen, seine Referate zu erledigen und in seiner Freizeit zu entspannen.

In fast jeder Sitzung mit der inneren Stadt kommen derartig überraschende Erkenntnisse zutage. Deshalb betrachte ich diese Arbeit als sehr heilsam. Um diese Arbeit jedoch zu einem erfolgreichen Abschluss bringen zu können, ist die Einhaltung einiger Grundsätze wesentlich:

 

Alle Wesenheiten, die in der inneren Stadt erscheinen, sind Seelenanteile des            jeweiligen Klienten und haben daher das Recht in der Stadt zu leben.

 

Keine dieser Wesenheiten ist böse, auch dann nicht, wenn es zunächst so erscheint.

 

Keine Wesenheit wird bestraft oder aus der Stadt verbannt.

 

Keine Wesenheit darf unterdrückt werden.

 

Es geht immer darum, allen Wesenheiten gerecht zu werden, also innere Demokratie zu leben.

 

Wenn ein Aspekt zur Störung wird, müssen wir herausfinden, was diesen Anteil entweder quält und das abstellen, oder was ihm fehlt, und wie wir ihm das geben können.

 

Alle Anteile werden miteinander in eine harmonische Balance gebracht.

 

Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist eine der  wichtigsten Voraussetzungen.

 

Wenn die Arbeit nicht mehr an das wahrhaftige Empfinden angeschlossen ist, wird sie sinnlos.

 

Ich kann diese Arbeit nicht mit einem Klienten machen, der zu sehr im Verstand ist, denn der Verstand besitzt die Fähigkeit, sich alles mögliche auszudenken. Wenn die Vision vom Gefühl abgeschnitten ist, können wir zwar phantastische Bilder sehen und gewaltige Kulissen erschaffen, in denen abenteuerliche Dinge geschehen, es wird aber keine Auswirkung auf die seelische Gesundheit haben. Daher achte ich immer darauf, dass wir den Kontakt zum Gefühl nicht abreißen lassen. Der Vorteil einer solchen Methode liegt auf der Hand. Wir können einzelne Aspekte unserer Seele betrachten und, indem wir sie in menschlicher Gestalt erscheinen lassen und direkt mit ihnen reden. Wir können mit der Angst, der Wut, dem Heißhunger, der Krankheit, der Sexualität, dem Körper oder wem auch immer sprechen. Oftmals kommen auf diese Weise verblüffende Informationen ans Licht. Fast immer erfahren wir mehr darüber, welche Seelenanteile aus dem Gleichgewicht geraten sind, was uns in dem meisten Fällen auch zeigt, wie wir die Balance wieder herstellen können. Auf jeden Fall führt es zu mehr innerer Demokratie und Selbstliebe. Das gehört zu den Aspekten dieser Arbeit, die mir besonders gefallen. Wir alle verdienen viel mehr Liebe. Wir können damit bei uns selbst beginnen, indem wir uns liebevoll den Anteilen zuwenden, aus denen wir als Seele bestehen. Das wird auf alle Fälle Auswirkungen haben auch auf unsere Umwelt, denn alles beginnt im Geist und – wie ich so gerne sage – Bewusstsein ist alles!
 
 
 Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, senden Sie mir gern eine E-Mail unter dwf@wisewoman.de oder rufen Sie mich einfach mal an 03901 - 30 444 76
Ich freu mich drauf.

 

Was tun, wenn aus Beziehung Gezerre wird?


Was tun, wenn aus Beziehung Gezerre wird?
Persönlichkeitswachstum in Beziehungen

In einem meiner Seminare gab es ein Thema, das sich uns mit Macht aufdrängte, ja von allen Seiten auf uns einzustürmen schien. Selten habe ich so viele Zeichen auf einmal erlebt. Wenn sich so etwas ereignet, bedeutet dies zumeist, dass sehr viele Menschen dasselbe Thema zur gleichen Zeit haben. Möglicherweise gilt das ja auch für dich. Es kann natürlich auch sein, dass du verschont geblieben bist, aber vielleicht interessiert es dich ja trotzdem.  Und vielleicht kennst du auch jemanden, der diese Informationen gerade dringend braucht.

Ich hatte das Gefühl, ich sollte zu diesem Thema einiges aufschreiben und zur Verfügung stellen. Ich werfe dieses Wissen quasi in die Welt und es wird sich zeigen, wer es auffängt. Es handelt sich dabei um wertvolle Informationen aus dem Bereich der Weisheit. Die Weisheit betrachtet Probleme stets mit anderen Augen, schaut hinter die Kulissen und erblickt die geheimen Strukturen und Fäden, an denen hier gezogen wird.

Dies möchte ich dir hier gern zur Verfügung stellen. Wenn sich so viele Ereignisse gleicher Art zeigen, ist dies ein Appell zu geben, zu unterstützen. Das will ich hier tun.

Okay, worum geht es?

Es gab - damals noch im Institut für Weisheit und Persönlichkeitswachstum - ein kleines Seminar für Fortgeschrittene. Die Teilnehmer waren eine kleine Gruppe von sechs Personen, die ihre Ausbildung zum Coach schon fertig haben und nun an dieser Fortbildung teilnehmen wollten.

Drei dieser sechs Personen sind jetzt gerade dabei, sich selbständig zu machen und ihre eigene Praxis zu eröffnen. Alle drei erhielten während des Wochenendes Anrufe und SMS Botschaften ihrer Lebensgefährten und zwar viele. Die eine Lebensgefährtin hatte sich bei einem Sturz im Garten verletzt und verlangte, dass ihr Partner nach Haus zurück kommen sollte, um sie zu entlasten. Ein anderer Lebensgefährte bombardierte seine Partnerin per SMS mit Beschimpfungen und nannte sie eine Verrückte, weil sie nicht bereit war, die Fortbildung abzubrechen und sofort in die Schweiz zurück zu kommen. Und der dritte Lebensgefährte drohte seiner Partnerin damit, sich scheiden zu lassen, wenn sie nicht sofort abbrechen und heimkehren würde.

Während der Veranstaltung gingen wir in ein Restaurant in Salzwedel, wo wir ungewöhnlich lange auf unser Essen warten mussten. Aus der Küche hörte ich den Koch aufgebracht telefonieren und sagen: „Schatz, ich kann jetzt nicht nach Hause kommen, ich bin hier in der Küche ganz allein.“

Auf dem Weg zu unseren Autos trafen wir eine Teilnehmerin, die bereits einige Tage zuvor abgesagt hatte. Sie berichtete, dass ihr Partner sich eine Verletzung zugezogen hatte und dadurch so hilflos sei, dass sie zuhause bleiben und ihn versorgen müsse.

Das waren noch lange nicht alle Beispiele, aber ich glaube, das Thema wird deutlich, oder?

 
 
Der eine Partner (egal ob Mann oder Frau) will ein Seminar besuchen, will sich fortbilden oder etwas für sich selber tun und der jeweilige andere Partner versucht unbewusst, dies zu verhindern. 
Dabei spielen einige die Krankheits- oder Verletzungskarte aus, andere die Beschimpfungs- Einschüchterungs- und Angstmachungskarte und wieder andere spielen den Erpressungstrumpf.
Ganz gleich, welche Strategie dahinter steht, die Absicht ist, den Partner wieder von dem abzubringen, was er gerade tut und ihn wieder in die alte Spur zurück zu holen. 
Was kann man da denn bloß tun?  

Ich habe es oft gesagt und ich bin so frei, es hier noch einmal zu wiederholen: Alles in dieser Welt dreht sich um Entwicklung.
Das gilt auch für diese Situationen und zwar für beide Seiten. Das ist die offene Tür, durch die man gehen kann, wenn man sie erkennt.
Aber bevor ich darauf eingehe, brauchen wir noch ein paar Grundlagen aus der Schatztruhe der Weisheit.

Hier ein wichtiges Prinzip:

Dein Gefühl kennt die Wahrheit, auch die, welche dein Verstand noch nicht kennt, weil sie ihm noch nicht einprogrammiert wurde.
Manche sagen: Aber man kann doch nicht wissen, ob bei einer Verletzung Absicht dahinter steckt, oder es ein Unfall war.
Das ist so aber falsch. Dein Gefühl kann es nämlich sehr wohl wissen.
Darum:

Vertraue deinem Gefühl!!!!!!

Wenn deine Partnerin dich anruft und sagt, sie ist gestürzt und braucht deine Hilfe und du empfindest großen Schrecken, Mitgefühlt und Liebe und hast nur noch den Impuls, auf der Stelle mit fliegenden Fahnen loszuziehen und ihr zu Hilfe zu eilen, dann ist sie entweder wirklich in einer echten Not, oder du hast einen heftigen Helferkomplex.
Wenn deine Partnerin dich anruft und sagt, sie ist gestürzt und braucht deine Hilfe und du empfindest nur Frust, Ärger, bist genervt, hast Schuldgefühle und Zweifel, dann ist sie vermutlich nicht wirklich in Not, sondern benutzt nur ihren kleinen Unfall, um dich damit zu erpressen.

Du erkennst es an DEINEM Gefühl. Ihr seid verbunden, wie mit einer Telefonleitung. Was sie sendet, wird von deinem Herzen empfangen und dein Herz reagiert darauf. (Dies gilt natürlich nicht für völlig verrohte Menschen, die sowieso nie Mitgefühl mit irgendjemandem haben. Es gilt aber für alle, die auch nur ein halbwegs intaktes Gefühlssystem besitzen.)

Also noch mal zurück, die Telefonleitung. Wenn am anderen Ende der Leitung Leid steht, dann reagiert dein Gefühl mit Hingabe und Mitgefühl. Wenn am anderen Ende aber Machtspiel steht, egal ob bewusst oder völlig unbewusst, dann reagiert dein Gefühl mit diesem unangenehmen Gefühlsgemisch aus Schuld, Frust, Zweifel und Ärger.

Das aber ist kein Mitgefühl. Das ist nicht jene wunderbare, große, ja göttliche Empfindung, die von den Tibetern als größte menschliche Errungenschaft gepriesen wird. Mitgefühl, echtes Mitgefühl, fühlt sich ganz toll an. Es macht dich groß, lebendig, kraftvoll, du bist auf einmal wie die große Mutter persönlich, die das leidende Wesen in ihre riesigen Arme nehmen und an ihr liebendes Herz drücken will.
So fühlt es sich an, wenn wir im Mitgefühl sind und das ist schlichtweg wunderbar.

Und nun machen die meisten Menschen einen ganz großen Fehler. Immer, wenn sie dieses Gefühl nicht empfinden, obwohl ein anderer scheinbar in Not ist, dann verurteilen sie sich selber dafür. Sie denken, sie müssten doch jetzt Mitgefühl haben. Haben sie aber nicht. Also meinen sie, sie sind schlecht, verkehrt, nicht erleuchtet genug. Und in einem wahrhaft bewundernswerten, zutiefst liebenswerten und doch völlig bescheuerten Versuch, es „richtig“ zu machen, zwängen sie sich dann mit Müh und Not in das Mitleid.

Mitleid im Gegensatz zu Mitgefühl fühlt sich dann eher ätzend an. Diese Mischung aus Schuldgefühlen, Selbstzweifeln, leisem unterdrückten Ärger und Frustration wird dann angerührt, um eben nicht verkehrt zu sein. Aber verkehrt ist es doch.
Die allermeisten Menschen kommen überhaupt nicht auf die Idee, ihrem eigenen Gefühl zu vertrauen. Wenn sie nicht das fühlen, wovon ihr Verstand meint, dass es hier angemessen sei, dann wird das nicht als wertvoller Hinweis gedeutet, sondern das Gefühl wird abgeändert, in ein passenderes Formkorsett gezwängt oder unterdrückt.

Dabei ist es ein wertvoller Hinweis. Dein Gefühl verrät dir, was mit dem anderen wirklich los ist. Selbst, wenn du es nicht wissen kannst, so kannst du es aber fühlen, weil du mit dem anderen verbunden bist.
Was du also brauchst, ist genug Mut, deinem Gefühl zu vertrauen, es ernst zu nehmen und entsprechend darauf zu reagieren.

Das Mitleid gehört dem Ego. Das Mitgefühl gehört deiner Seele.

Und nun zu der Frage, was man tun kann.
Dein Partner braucht von dir Wahrheit, auch dann, wenn sein oder ihr Ego das nicht will. Aber dein Partner besitzt auch eine Seele, die sich entwickeln will und die dir diese Geschichte präsentiert in der Hoffnung, dass du diesmal nicht mehr lügst, dich nicht mehr klein machst, nicht mehr aufgibst und dem Ego unterwirfst.

Wahrheit bedeutet aber nicht, dass du ihr Vorhaltungen machen sollst oder ihr vor den Latz knallen, dass sie sich nur verletzt hat, um dich zu erpressen. Wahrheit sieht hier ganz anders aus:
Wenn du ihr zu Hilfe eilst, obwohl du das nicht willst und auch nicht wirklich ein Bedürfnis dazu fühlst, dann ist das eine Lüge.
Wenn du sie tröstest, obwohl du eigentlich gar keine tröstende Liebe in dir fühlst, sondern eher unterdrückte Wut, dann ist das auch eine Lüge. Wenn du das Seminar verlässt, auf das du dich gefreut hast und das für deine Zukunftsplanung wichtig ist, obwohl du fühlst, dass sie dich nur erpresst, dann ist das Lüge.

Du zeigst nach Außen ein Gesicht, welches nicht dem entspricht, was du tatsächlich fühlst. Das ist wirklich, wirklich schlecht für eure Beziehung. Man merkt es nicht sofort, aber damit legt man meistens schon den Grundstein für die spätere Trennung.
Aber ich plädiere auch nicht dafür, zu streiten, sie zu beschimpfen oder ihr gar deine Aggressionen entgegen zu schleudern. Das wäre zwar wahrhaftiger, aber doch eine unreife Reaktion.
Du kannst zum Beispiel folgendes sagen:

„Liebling, es tut mir aufrichtig leid, dass du dich  verletzt hast, aber ich will hier jetzt nicht abbrechen. Diese Fortbildung ist wichtig für meine und damit auf für deine Zukunft. Rufe doch bitte deine Mutter/Schwester/Tante/Freundin/Kollegin….an und bitte sie zu dir zu kommen.“ 

Du kannst sogar noch weiter gehen und dies hier sagen:
„Liebling, es fühlt sich für mich so an, als ob du mich nur von diesem Seminar wegziehen willst. Das fühlt sich aber für mich nicht gut an. Ich will dies hier machen. Es ist meine Willensentscheidung. Rufe doch bitte deine Mutter/Schwester/Tante/Freundin/Kollegin….an und bitte sie zu dir zu kommen.“

Und wenn du eine ganz fortgeschrittene Partnerin hast, dann kannst du es sogar mit dieser Idee versuchen:
„Liebling, es fühlt sich für mich so an, als ob du mich nur von diesem Seminar wegziehen willst. Das fühlt sich aber für mich nicht gut an.
Ich werde jetzt erst einmal hier bleiben. Überprüfe doch bitte einmal deine tieferen Absichten. Vielleicht irre ich mich ja, aber möglicherweise entdeckst du ja doch eine alte Verletzung in dir, die an mir zerren will.
Wenn ich zuhause bin, würde ich sehr gern mit dir darüber reden.“

Sicher möchten einige jetzt einwenden, dass ihre jeweiligen Partner dann aber vielleicht fuchsteufelswild werden könnten.
Ja, das kann immer passieren, wenn man die Wahrheit sagt. Aber wenn du deinen Partner oder deine Partnerin wirklich liebst, dann darfst du darauf keine Rücksicht nehmen. Dann musst du dir das eben mal zumuten.

Unsere Partner sind weder dümmer noch unreifer als wir. Es ist ja nicht so, dass wir etwa keine Egostrukturen und keine alten Verletzungen haben. Das haben alle. Hinter jeder solchen Egostruktur verbirgt sich eine alte Wunde, die nie geheilt ist, die immer noch offen und schmerzempfindlich ist.

Die meisten Menschen wollen ihre eigenen Wunden aber nicht sehen. Es ist einfacher, den Partner zu beschimpfen, ihm die Schuld zu geben und von ihm Veränderung zu verlangen. Machen wir es so, dann ist es, als würden wir einen kleinen provisorischen Zaun mit einem rot-weißen Band um unsere Wunde bauen, so dass keiner mehr darauf treten kann. Wir schützen die Wunde, aber wir heilen sie nicht. Sie bleibt offen.

Unsere Seele jedoch will Heilung für uns. Das ist der Grund, warum sie uns immer wieder in solche Situationen bringt. Jede dieser Situationen birgt die Chance auf Heilung für eine unserer alten Wunden.  

Hier ein Beispiel: Ein Mann hat als kleiner Junge erlebt, wie die Eltern sich scheiden ließen. Der Vater ging fort und kam nicht wieder oder er sah ihn nur noch sehr selten. Diese Verlassenheitswunde wird dadurch berührt, dass seine Partnerin sich auf einmal selbständig machen will. Intellektuell kann er nichts dagegen sagen, aber sein verängstigtes Herz rebelliert aus lauter Angst, dass der alte Schmerz nun wiederkehrt. 

Was er dann braucht, ist doch keine Partnerin, die aus lauter Beziehungs-Verlustangst nachgibt und ihre eigenen Pläne verrät. Wie soll das denn seine Wunde heilen? Das schupst ihn eher noch tiefer in diese Ego-Struktur hinein. Wenn es einmal geklappt hat, wird er dadurch ermutigt, beim nächsten Versuch noch heftiger zu zerren.
Nein, was er braucht, ist Unterstützung darin, seine Wunde wahrzunehmen und sie zu heilen. Das ist dann seine Entwicklung. Ein geheilter, gewachsener reifer Mann hat keine Angst, wenn seine Frau sich selbständig machen will. Er hat Vertrauen. Was für ein schöner und wunderbarer Wachstumsschritt das sein kann! 

Übrigens ist es nicht deine Aufgabe, deinen Mann zu heilen. Ich rate dir: Hände weg davon. Beziehung darf nicht zu Therapie werden. Sonst hast du bald keinen Partner mehr sondern einen Patienten. 
 
Außerdem werden die meisten Partner, diesen Gedanken erst mal weit von sich weisen. „Ich? Ich hab doch keine Wunde, spinnst du? Ich brauche Heilung? So ein Quatsch.“
Nein, deine Aufgabe besteht nur darin, deinem Willen zu folgen (in Liebe, nicht im Trotz), zu tun, was für euch beide gut ist nämlich, dich selbst zu entwickeln.  

Dein Entwicklungsschritt könnte es hier sein, den Mut wachsen zu lassen, zu dir selbst zu stehen, den Mut, Wahrheit zu sprechen, den Mut, es dir herauszunehmen, dass du auch Pläne und Wünsche hast, den Mut, nicht mehr die Putzfrau, Köchin, Dienstmagd, Krankenschwester oder Gesellschafterin deines Partners zu sein. 
Das sind alles unterlegene Rollen. In keiner dieser Rollen bist du wirklich Partnerin oder Partner. In all diesen Rollen ist der andere Boss und du Personal.

Es ist gewiss nicht so einfach, sich so einen Mut herauszunehmen, aber es soll ja auch aus dir heraus „wachsen“ und nicht aus dir heraus „explodieren“. Du hast Zeit dafür. Gehe die Schritte langsam und in deinem Tempo, aber gehe sie. 
Du und dein Partner, ihr seid energetisch verbunden wie die Figuren an einem Mobile. Mobile-Figuren sind genau ausbalanciert. Sie halten ein gemeinsames Gleichgewicht. Wenn du, als ein Teil dieses Mobiles nun aber dein Gewicht veränderst durch Entwicklung, wenn du zum Beispiel leichter wirst, dann sackt der andere ab. Wenn du jetzt nicht den Fehlern begehst, das für ihn ausgleichen zu wollen, sondern ihm diese Aufgabe selbst überlässt, dann wird er etwas tun, um die Balance wieder herzustellen.  

Das erste, was die Partner tun, um die alte Balance wieder herzustellen, kann natürlich ein Streit sein, den sie vom Zaun brechen oder sie drohen mit Trennung, erpressen dich, beschimpfen dich, oder sie verletzen sich scheinbar unabsichtlich. 
Das soll aber nur das alte Gleichgewicht wieder herstellen. Da du inzwischen leichter geworden bist, müsstest du dich dafür künstlich schwer machen. Das wird nicht gehen. Hältst du aber deine Position, überlässt es dem anderen, für sein eigenes Gleichgewicht zu sorgen, schaffst du das, dann wird er nach einiger Zeit nachziehen. Mein Wort darauf! 

Wenn wir nicht mehr die Krücke für unsere Partner spielen, nicht mehr länger künstliche Situationen erschaffen gegen unseren wahren Willen, die es ihnen ermöglichen, sich nicht zu entwickeln, dann entsteht Entwicklung auch auf der anderen Seite.
Das fordert dir einiges ab an Standfestigkeit und stellt deine Liebe ganz schön auf die Probe. Aber es lohnt sich am Ende.  

Deine Kim

Coach für Persönlichkeitswachstum

Wenn du mehr Info zu diesem Thema willst, rufe gern an unter Tel: 03901 – 30 444 76

Oder besuche unsere Website www.kimbarkmann.de
 


 

 

 

Sonntag, 8. April 2018

Wer ist denn diese Kim und was macht sie? Und ist das gut?

8.4.2018 Hallo

Vielleicht interessierst du dich für Coaching, Lebensberatung oder Böthing, die alte Kunst des Besprechens. Nun bist du auf meinem Blog gelandet und möchtest herausfinden, ob dies hier dir etwas zu geben hat oder dich eher langweilt. Wie gehen wir das an? Schau mal hier:

Das bin ich.

Hast du Lust, mal ein wenig deine Intuition zu nutzen? Schau dir das Bild an. Frage dich: Wer ist diese Frau? Was sagt mir ihr Bild über sie? Mag ich sie?
Deshalb das Bild einfach nochmal.

 
Was kannst du aus diesem Bild ersehen? Die Frau auf dem Bild ist schon irgendwie seltsam. Sie trägt diese weiße Mütze zum blauen Kleid. Sie hat einen Wohnzimmersessel im Garten. Sie hat sich mit einer Kaffeetasse ablichten lassen. Sicher will sie etwas damit sagen. Irgendwie erinnert sie mich an etwas - was ist das doch gleich? Ach, ich hab's, an ein Bild von einem dicken chinesischen Buddha. Der hat auch immer einen Fuß draußen. Auf dem Bild von dem Buddha hat er auch eine Schale in der Hand, so wie sie hier eine Kaffeetasse. Sie lacht, wirkt freundlich, aber irgendwas stört auch, was ist das nur? Sie wirkt irgendwie so stark. Das schüchtert mich etwas ein.
 
Okay, wenn deine Gedanken so ähnlich gewesen sind, dann hast du schon einiges gespürt. Inzwischen müsstest du eigentlich bereits wissen, ob ich dir sympathisch bin oder nicht. Jetzt kannst du entscheiden, ob du weiter lesen möchtest oder nicht. Nur zu! Hab Vertrauen in deine eigenen Wahrnehmungen. Wenn du eigentlich hier aussteigen möchtest, aber der Verstand dir davon abrät, dir vielleicht sagt, du solltest dieser dicken Frau auf dem Sessel noch eine Chance geben, dann höre nicht auf den Verstand. Deine Weisheit liegt im Gefühl. Du hast doch das Recht, deine Zeit mit einer Lektüre zu verbringen, die dir wirklich Spaß macht und dir wirklich etwas gibt. Ich habe so viele Kollegen! Es gibt gerade heute ein ganzes Heer von Coachs. Da findest du ganz schnell die Person deiner Wahl.
 
Oh, wie schön! du bist ja noch da. Das freut mich natürlich. Dann lass uns weitermachen. Eigentlich würde ich hier nun gern ein Bild von meinem neuen Coaching Raum zeigen, aber der Umzug hat noch nicht stattgefunden. Daher poste ich hier ein Bild von meinem jetzigen Raum. Der neue wird sich auch nicht sehr davon unterscheiden. Also, ich zeige hier gleich ein paar Bilder von dem Raum, in dem ich mit Menschen arbeite. Wenn du Lust hast, stelle dir vor, du seiest in dem Raum, schau dich um, lass alles auf dich wirken und finde heraus, wie es dir gefällt, was es mit dir macht und was du daraus über mich und meine Arbeit ableiten kannst.
 
 
 
Vielleicht denkst du jetzt: Okay, eins ist schon mal sicher: Sie ist keine Anhängerin der Theorie, dass Behandlungsräume immer möglichst schlicht und ohne Ablenkung sein sollen.


 
De rekelt sich eine Katze entspannt auf dem Sofa. Ich hoffe, du hast keine Katzenallergie.

 
 
Bilder, du siehst viele Bilder. Da ist ein tibetischer Mönch ganz links, dann eine hinduistische Göttin, Menschen, Katzen, und Oh! Wow! Da ist doch tatsächlich ein kleines Bild, zwischen der Göttin und dem Mönch auf dem Arnold Mindell zu sehen ist, wie er seinen Arm unm diese Kim legt. Was hat das zu bedeuten? Ein Schamane, ein Mönch eine Göttin?

Dieses Arrangement im Fenster hat etwas steampunkiges.  


Trommeln und eine Gitarre, hier wird offenbar musiziert.


 
Vielleicht möchtest du an dieses Regal treten und das eine oder andere Buch herausziehen?
Wie fühlst du dich in diesem Raum? Ist dir dies gemütlich? Willst du dich setzen? Ist dir dies alles zuviel? Macht es dich eher neugierig oder eher schüchtern? Schau dich in Ruhe um. Bilde dir deine Eindrücke. All dies sagt sehr viel über mich und meine Arbeit aus. Vertraue deinem Gefühl. Bevor wir beide auch nur ein Wort mit einander gewechselt haben, kannst du bereits wissen, ob zwischen uns die Chemie stimmt.
 
 
Ich vertraue auf dich und deine Intuition. Wenn dies dir nicht zusagt, ist das überhaupt nicht schlimm. Dieser Raum und sein Nachfolger, den es demnächst geben wird, ist für jene Menschen vorgesehen, die sich darin wohlfühlen und vielleicht auch ein wenig wieder erkennen. Und natürlich auch für alle, die hier eine Sehnsucht verspüren. In diesem so lebendigen Raum können wir miteinander arbeiten, eine lebendige, warmherzige Arbeit, die den Menschen respektiert, so wie er ist und mehr, noch viel mehr. Ich respektiere dich auch so, wie du sein kannst und noch nicht gewagt hast zu sein, mit allem, was dir eigentlich als Person zusteht, das du vielleicht noch nicht einmal zu wünschen gewagt hast.
 
Ich will nicht nur Probleme mit dir lösen. Ich will auch mit dir zusammen jene Aspekte befreien, die in uns Menschen eingekerkert wurden, die wir selbst nicht akzeptieren konnten, weil wir so pflichtbewusst und angepasst sind. Ich glaube nicht daran, dass wir Menschen fleißiger, pflichtbewusster und leistungsfähiger werden sollten, um uns in der großen Tretmühle noch mehr ausbeuten zu lassen.
Was wir brauchen, um zu heilen, um unsere Kraft, Gesundheit und Lebensfreude wiederzufinden, ist Anregung, Inspiration, Bewunderung für unseren Mut, Anerkennung für unsere Qualitäten und ein warmes, fühlendes Herz, das uns nicht verurteilt, wenn wir mal auf dem Holzweg sind.
So viel für heute, aber bald mehr
Deine Kim
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ich beginne einen neuen Blog für einen neuen Lebensabschnitt

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser Blog mit dem Titel Café Anhalt mein neues Leben, ist ja sozusagen abgelebt. Es wird dieses Café nicht geben. Offenbar gehen meine Wege doch in eine andere Richtung. Deshalb schließe ich diesen Blog hier und heute und beginne sogleich einen neuen. Ich nenne ihn
Kim Barkmann - mit Herz und Wort

Es würde mich sehr freuen, dich dort auch wieder begrüßen zu dürfen. Wie du dann sehen wirst, werde ich den Blog etwas anders gestalten. Mal schauen, wie es wird.

Hier zum Abschied noch ein paar Bilder von all den Aktivitäten, Hoffnungen und Freuden, die mit diesem Projekt verbunden waren.

Ich verkaufe mein Seminarhaus

 Ein typisches Bild von mir
 
Die süße Selina
 

Der Bahnhof Salzwedel, mein neues Zuhause
 

Selina schaut sich den Blick aus dem neuen Wohnzimmer an

Das ist der Blick aus dem Wohnzimmer im Bahnhof an einem mystischen Nebel Tag

Mein neues Wohnzimmer im Bahnhof

Der Coaching Bereich

Ich mag lustige Frösche und Kaffee

Alles klar auf der Fahrt mit dem Zug nach Hamburg

Der erste Werbeflyer für das Café

Selina spielt mit Jana

Hamburg, meine Heimatstadt, hier der Hafen. Ach wie schön!

Nach der Schilddrüsenoperation in Hamburg

Selfie mit Narbe

Jana und ich suchen nach den passenden Schürzen für das Café Anhalt

Ich liebe Regen

Herrliches Bild, oder?

Eines der Kaffeesprichwörter für Café Anhalt


Selina klaut sich Brekkis
 
Trip nach Lüneburg. Ich hab mir einen Hut gekauft

Ich habe jetzt ein neues Fitnessgerät, eine Rüttelmaschine

Mein geliebtes Elektrodreirad

Meine guten Freunde Jana und Manfred

Wagen und Winnen, Kunstfestival im Bahnhof Salzwedel

Das provisorische Café Zwischenhalt wurde für Wagen und Winnen im Bahnhof aufgebaut

Die Menschen finden das Café toll und strömen herein

Einige Musiker spielen Blues auf der freien Bühne im Café Zwischenhalt bei Wagen und Winnen

Ich gewinne den Poetry Slam 2017 bei Wagen und Winnen

Mein neues Buch 2017

Die Coffee to go Hütte vor dem Bahnhof
 
Das alles habt ihr mit mir zusammen erlebt. Nun ist es vorbei und ich stehe erst einmal vor dem Nichts, Aber das geschieht nicht zum ersten Mal in meinem Leben. 1096 verließ ich Hamburg fluchtartig und landete im Wendland auf dem Hof, den mein Vater und Bruder sich dort gekauft hatten. Ich kam dort an mit praktisch nichts, wie ein Flüchtling. Ich hatte nur ein paar Kleider, mich selbst und mein gutes, tapferes Herz.
 
Ich bekam auf dem Hof zwei Zimmer, die in einem unrenovierten Zustand waren. Meine ersten Möbel dort holte ich aus der Tenne zum Hof, in der noch Sperrmüll von den Vorbesitzern des Hofes lagerte. Das ist die Wahrheit! Zwei Sitze aus einem Auto waren mein erstes Sofa, ein aufgeblasener Trecker Reifen war der Gästesessel. Eine Sperrmüll Kommode wurde mein Altar und eine Apfelsinenkiste mein Couchtisch. So begann ich zu coachen und zu böthen. Das war im Herbst 1996.
 
Damals hätte ich es mir niemals träumen lassen, dass ich nur vier Jahre später ein großes eigenes Seminarhaus in Sachsen-Anhalt besitzen würde. Danach begannen zahlreiche wunderbare Erlebnisse und Erfahrungen. Ich lernte so viele tolle Menschen kennen und wir hatten gemeinsam so viel Spaß, so viele tiefe Einsichten und bahnbrechende Momente für unsere Leben. Eine große Fülle von Aktivitäten, Veranstaltungen, Festen und Lebensereignissen breitete sich in den folgenden 16 Jahren aus, die stets einher gingen mit innigen Freundschaften und lebendigen Herzenserfahrungen.
 
Zwanzig Jahre Später, genau im Herbst 2016 war dies alles wieder vorbei. Heutzutage leben die Menschen meistens sehr lange. Viele werden 80 Jahre alt oder älter. Ich bin nun 60. Vielleicht liegen vor mir jetzt noch einmal zwanzig Jahre. Wer sagt denn, dass diese nicht wieder eine Fülle von unerwarteten, großartigen Ereignissen und Erfahrungen mit sich bringen. 1996, als ich bei Null angelangt war, erwartete ich auch nicht, bald ein eigenes Seminarhaus zu haben. Jetzt weiß ich ebenfalls nicht, was ich erwarten kann und darf.
 
Wieder einmal bei Null, beginne ich wieder einmal von vorn und schaue, was da kommt. Wenn vorher alles so spannend und aufregend war, warum soll es dann jetzt anders werden? Naja okay, ich habe ein paar Wünsche. Ich wünsche mir, dass in dem vor mit liegenden Lebensabschnitt mehr Menschen mit Herz in mein Leben treten.
Ich sage Tschüss und auf Wiedersehen. Vielen Dank, dass du all dies mit mir geteilt hast. Sicher begegnen wir uns wieder auf meinem neuen Blog
 
Kim Barkmann - mit Herz und Wort
Deine Kim.