Samstag, 3. November 2018

Selbstverurteilung verhindert inneres Wachstum

3.11.2018
So, als allererstes muss ich mich entschuldigen. Mir ist da nämlich etwas passiert. In einem meiner letzten Blogtexte habe ich erwähnt, dass ich in der Nacht aufgewacht bin, weil jemand über mir (oder scheinbar über mir) immer hin und her gegangen ist. Die Nachbarn über mir haben das gelesen und fühlten sich davon verletzt. Sie haben es als Beschwerde aufgefasst und hatten dann natürlich mit Recht das Gefühl, ich hätte damit zuerst zu ihnen kommen sollen und das nicht im Blog veröffentlichen. Wir haben inzwischen schon darüber gesprochen, aber anschließend habe ich noch einmal in aller Ruhe darüber nachgedacht und ich bin zu dem Schluss gelangt:

Ich habe da einen Fehler gemacht. Natürlich nicht mit Absicht, aber wer macht seine Fehler schon mit Absicht. Ich habe meinen Beitrag gar nicht als Beschwerde gesehen, sondern nur als Beschreibung, aber selbst dann.
Jetzt nach reiflichem Nachdenken sehe ich es so: Ich bin immer sehr freimütig und schreibe alles Mögliche über mich hier in meinen Blog. Aber andere Menschen möchten viel mehr Privatsphäre und es beunruhigt sie, öffentlich so etwas über sich zu lesen. Das habe ich nicht bedacht, überhaupt nicht. Ich war hier nicht achtsam genug.

Wenn man sich öffentlich äußert, dann liegt darin auch eine gewisse Verantwortung. Teilweise war ich mir dieser Verantwortung auch bewusst, aber dies Beispiel hat mir gezeigt, dass ich hier mehr Achtsamkeit entwickeln muss. Ich gelobe Besserung und entschuldige mich hier an dieser Stelle aus aufrichtigem Herzen für diesen Ausrutscher. Ich habe hier sehr ruhige, friedliche und auch sehr ordentliche Nachbarn. Es liegt mir ganz fern, etwas Schlechtes über sie zu verbreiten und es tut mir sehr Leid, dass ich diesen Eindruck vermittelt habe. Ich hoffe, meine Nachbarn lesen das hier auch und verzeihen mir diesen Ausrutscher.


 Vor kurzem sah ich einen sehr interessanten TED Talk auf YouTube. Ein junger Mann aus China sprach über seine Erfahrungen mit Ablehnung. Er hatte im Alter von 30 Jahren erkannt, dass die Furcht vor Ablehnung ihn in seinem Leben blockierte und das Erreichen oder auch nur das Anstreben seiner Lebensziele verhinderte. Tapferer junger Mann, der er war, beschloss er, sich dem zu stellen und entwickelte für sich selbst ein Programm, das er 100 Tage Ablehnung nannte. Er wollte sich einhundert Tage lang Ablehnungen stellen, um das Problem zu überwinden.

Dabei waren einige Dinge, die er berichtete ganz besonders interessant und spannend. So zum Beispiel die speziellen Herausforderungen, die er für sich erfand, um sich ihnen zu stellen. Viele Menschen würden so Dinge vorschlagen wie etwa: "Geh auf die Straße und sag jemandem, dass du ihn hässlich oder dumm findest. Dann wirst du schon Ablehnung erleben." Oder auch "Sag doch mal deiner Schwiegermutter die Meinung, dann wird die Ablehnung auf dem Fuße folgen".  Nicht so Jia Jiang. Alle seine Ideen waren von einer Art, die keinen Menschen verletzt, erniedrigt oder demütigt.

Um Ablehnung zu erfahren, brauchte er niemanden zu beschimpfen, zu kränken oder zu verletzen. Er wählte seine Aufgaben ganz anders. So fragte er zum Beispiel einen Fremden, ob der ihm 100 Dollar leihen würde, oder er klingelte an der Haustür einer Fremden mit einer Blume in der Hand und fragte, ob er diese Blume in ihren Garten pflanzen dürfe. In einem Donut Laden fragte er, ob sie ihm Donuts in Form der olympischen Ringe machen würden. Das fand ich bezaubernd. Was für eine schöne Seele sich dieser Mann bewahrt hatte.

Das zweite, was mir besonders auffiel war, wie er aus seinen Erfahrungen gelernt hat. Zu mir sind schon viele Menschen in die Praxis gekommen, die von ihren Therapeuten den Auftrag bekommen hatten, sich jeden Tag dem zu stellen, was ihnen Probleme bereitete. Aber ganz häufig hatte ihnen das überhaupt nichts gebracht. Eine Klientin zum Beispiel konnte nichts in der Öffentlichkeit trinken ohne Panik Attacken zu bekommen. Auf Anraten ihres Therapeuten hatte sie ein ganzes Jahr lang täglich irgendeine Kleinigkeit in der Öffentlichkeit zu sich genommen ohne den geringsten therapeutischen Erfolg zu erleben.
Was hatte Jia Jang anders gemacht?

Mir war dies vor allem aus deshalb aufgefallen, weil ich gerade dabei war, in dieselbe Falle zu tappen. Auch ich habe mir ja kürzlich vorgenommen, mich bestimmten Situationen zu stellen. In früheren Blogtexten habe ich das schon beschrieben. Hier nur noch einmal in Kürze.
Immer wenn Menschen sich mir gegenüber besonders schlecht oder übel benommen haben, habe ich nichts gesagt, sondern mich einfach nur von ihnen abgewendet. Damit wir uns hier richtig verstehen, ich spreche von echten Übeltaten und nicht kleinen Streitereien. Ich habe eine liebevolle und sehr großzügige Seele, die so schnell nichts übel nimmt. Aber manche Menschen scheuen sich nicht, sich wirklich extrem übel zu verhalten.

In solchen Fällen ich habe mich vollständig abgewandt, aber ich habe nichts gesagt. Ich  schwieg mich wie üblich aus. Dabei bin ich ja nun wirklich nicht auf den Mund gefallen. Ich bin weder schüchtern noch leide ich unter einem Mangel an Schlagfertigkeit. Im Gegenteil sogar, was mein Verhalten umso seltsamer erscheinen ließ. Immer wieder sagten Freunde zu mir: "Und da hast du gar nichts gesagt? Na dem würde ich aber die Meinung geigen". Mein Problem war nicht so sehr, dass ich in solchen Momenten nichts sagen KONNTE, sondern dass ich nichts sagen WOLLTE.

Irgendwie war der Bereich, in dem ich meine rednerischen Absichten in meinem Hirn aufbewahre dann immer ganz leer. Ich hatte immer das Gefühl, da gibt es doch nichts mehr zu sagen, da ist doch schon alles klar. Der jeweilige Mensch ist ein Arsch und fertig. Was gibt's da noch zu diskutieren?
Trotzdem kam ich immer mal wieder in solche Situationen und immer sangen mir die anderen in den Ohren, ich müsse mich doch wehren, ich müsse da doch mal etwas sagen. Schließlich gelangte ich selbst zu der Ansicht, dies Verhalten ist beobachtenswert. Irgendwas stimmt hier doch nicht.

Bei näherem Hinsehen erkannte ich, dass ich mir tatsächlich auf lange Sicht damit schade. Die Menschen schätzen mich falsch ein. Schlechter hauptsächlich. Viele scheinen mich für dumm zu halten, andere stellen sich über mich. Ich werde nicht so ernst genommen, wie ich es sollte und das kommt eben davon, wenn ich in solchen Situationen schweige. Nun bin ich ja schon längst kein Opfermensch (mehr). Ich stelle mich nicht hin und jammere, dass die anderen mich nicht ernst nehmen. Wenn ich wahrgenommen werden will, muss ich mich sichtbar machen. Das ist mein Job.
Wenn ich respektiert werden will, muss ich mich respektwürdig verhalten.

Nachdem ich das kapiert hatte, traf ich den Entschluss, mich nicht mehr immer an der falschen Stelle zurückzunehmen. Allerdings ist das ja nicht so einfach. Ich mache das schon fast mein ganzes Leben lang. Dieses Verhaltensmuster ist tief in meiner Seele, so tief, dass ich oft gar nicht bemerke, wie ich mich zurücknehme und anderen den Vortritt lasse. So etwas gilt ja auch als Tugend. In dem Film Dinotopia galt der Lehrsatz: Die anderen zuerst, du selbst zuletzt.
Nicht nur im Film gibt es Menschen, die es als eine Tugend ansehen, sich zurückzunehmen und unsere Sprichwörter künden davon: "Der Esel nennt sich selbst zuerst" oder "Der Klügere gibt nach."

Ich beschloss, mich erst einmal eine Weile selbst zu beobachten, um zu erkennen, wie und wann und vielleicht auch warum ich mich zurücknehme. Schließlich will ich das richtig machen. Ich habe mindestens zwei Jahrzehnte daran gearbeitet, so ein freundlicher und rücksichtsvoller Mensch zu werden, wie ich es jetzt bin, das will ich ja nicht aufgeben. Ich will mich nur da nicht mehr zurücknehmen, wo es zu meinem eigenen Schaden wird. Um da keine Fehler zu machen, hielt ich eine Beobachtungsphase für angemessen - das Schicksal aber wohl nicht.

Sobald ich diese Thematik ins Auge gefasst hatte, schob mir das Schicksal freundlich Gelegenheiten vor die Nase, mich zu streiten. Die erste Gelegenheit entstand durch einen Mann, der eines Tages plötzlich wütend und schimpfend den Fahrradweg blockierte und behauptete, ich hätte die Absicht gehabt, ihn zu überfahren (?!) Ich ging davon aus, dass er irgendetwas falsch mitbekommen hatte und sagte ihm ganz freundlich, dass ich doch noch ganz viel Platz zwischen uns gelassen hätte. Aber der Mann ignorierte das und pöbelte heftig weiter. Die Situation war irgendwie irrwitzig. Der Weg und der Fahrradweg sind an der Stelle so breit, dass ich locker zwei Meter zusätzlichen Platz zwischen uns beiden freigeben konnte. Es war doch unmöglich, dass der Mann seine Anschuldigungen selber glaubte, oder?

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, wollte (?), aber es schoss mir durch den Sinn: "Hei, Kim, dies ist so eine Situation. Jetzt solltest du mal nicht schweigen, sondern etwas sagen." Aber was? Was sollte ich sagen? Ich hatte so was von keine Ahnung, was ich dazu sagen wollte.
Aber etwas musste ich jetzt sagen, was nur? Das einzige, was mir dann einfiel war der Beitrag: "Aber Sie sind jetzt so aufgebracht." In dem Moment kam mir selbst das völlig schwachsinnig vor. Und ich brachte es auch schwach heraus, schwach, verwirrt, ratlos, so kam ich vermutlich rüber. Na immerhin, ich hatte überhaupt etwas gesagt. Der Mann brüllte: "Ich bin nicht aufgebracht!" (Hi hi) Aber dann fiel es ihm wohl doch selber auf, wie das klang. Jedenfalls beruhigte er sich sofort und ging dann einfach ohne ein weiteres Wort weiter..
Ich kam mir vor wie eine Idiotin und hatte das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben.
Dieser Satz ist so wichtig, dass ich ihn wiederholen möchte:

Ich kam mir vor wie eine Idiotin und hatte das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben.

Darin liegt nämlich der Schlüssel. Ich erkläre das gleich noch, aber hier sehen wir den Grund, warum so viele Menschen aus ihrer Konfrontationstherapie nichts lernen.
Jia Jiang ist da nämlich völlig anders mit sich selbst umgegangen. Er hat sich bei seinen Ablehnungsübungen gefilmt oder filmen lassen. Dann hat er sich später das Material angeschaut und dabei eben NICHT die eigenen Selbstverurteilungen wiederholt. Vielleicht hatte er ja auch gar keine Selbstverurteilungen. Immerhin kommt er aus einem ganz anderen Kulturkreis und die ewige Selbstverurteilung ist sehr deutsch. Vor allem unter Frauen sehr verbreitet.

Jia Jiang betrachtete sein Material eher neutral, wie ein Forscher, der sein Forschungsobjekt anschaut und sich nicht darin verwickelt. Und so konnte er Dinge bemerken, die bei mir unter der Selbstverurteilung verborgen blieben. In einer seiner Übungen machte er etwas ganz ähnliches wie ich. Er hatte sich an einen Starbucks Manager gewendet und gefragt, ob er sich vor den Laden stellen und alle Besucher begrüßen dürfe. Zuerst wollte der Manager das nicht zulassen, aber dann fragte Jia Jiang ihn: "Ist das sehr verrückt?" Der Manager sagte: "Ja, das ist verrückt." Aber nachdem dies offen ausgesprochen war, änderte sich seine Reaktion und er erlaubte dem Fremden, sich vor den Laden zu stellen und alle Besucher freundlich zu begrüßen.

Als ich zu jenem verärgerten Passanten sagte: "Sie sind jetzt so aufgebracht", da habe ich etwas ganz Ähnliches getan. Dafür gibt es in der Prozesstheorie sogar eine Fachausdruck: Ich habe die Geisterrolle ausgesprochen. Soll heißen, ich habe etwas ausgesprochen, was deutlich vorhanden war, ohne dem Mann bewusst zu sein. Er war extrem wütend, aber das war ihm nicht bewusst gewesen. Sobald es durch meinen scheuen Einwand ausgesprochen worden war, änderte sich sein Verhalten sofort. Das hat Jia Jiang auch getan, als er die inneren Vorbehalte offen aussprach, die in dem Manager vorgingen. Jia Jiang erkannte dies als Fortschritt, ja sogar als großartige Möglichkeit, wie er in Zukunft in solchen Situationen agieren konnte.

Das ist ganz toll! Ich habe dies überhaupt nicht erkannt und mich nur als Idiotin selbst verurteilt.
In meiner nächsten schicksalhaft verordneten Konfrontation war es dasselbe. Diesmal war ich schon viel besser, aber das erkannte ich nicht. Die Frau, die sich mit mir stritt, zeigte sich extrem borniert und abgeschottet. Sie war so der Typ "Meine Meinung ist fertig, bitte irritieren sie mich nicht mit Fakten". Was ich auch sagte, sie ballerte dogmatisch dagegen und ich wurde immer ratloser, mundtoter und verwirrter. Und dafür verurteilte ich mich. Ich nahm es mir übel, mich überhaupt auf diese Diskussion eingelassen zu haben. Warum war ich so dumm, das zu tun? Das hätte ich doch vorhersagen können, wie schief das gehen würde.

Im Nachhinein und vor allem, nachdem ich diesen wunderbaren TED Talk gesehen hatte, habe ich die Situation noch einmal ausgewertet und erkannt, dass ich einige wunderbare Dinge gesagt hatte. Ganz lieb, voller Wertschätzung und ohne jede Verurteilung IHRER Person hatte ich ihr gesagt, dass sie sich in ihre Meinungen eingemauert hatte und dass nun nichts mehr zu ihr durchdringen könne. Auf alles habe sie eine bereits vorgefertigte Antwort und es sei keine Bewegung mehr möglich. Das hatte ich tatsächlich gesagt, während ich mich gleichzeitig für mundtot hielt. So mundtot ist das doch gar nicht. Das sind Wahrheiten, die einem Menschen, der nicht erstarrt und tot sein will, geholfen hätten, etwas über sich selbst zu erkennen.

Jetzt habe ich etwas daraus gelernt, weil ich mir diese Fähigkeit von dem großartigen Jia Jiang dankbar abgeguckt habe. Wenn man aufhört, sich oder andere zu verurteilen, dann kann man aus solchen Erfahrungen sogar sehr viel lernen und zwar Dinge die uns auch weiterbringen.
Jetzt weiß ich schon zwei Dinge, die ich sagen kann und auch sagen WILL, wenn ich wieder in so eine Situation komme. Wie ich vorhin ja schon beschrieben hatte, lag mein Problem vor allem darin, dass ich keinen Willen in mir vorfand, etwas zu sagen. Aber ich bin bereit zu sagen, welche Geisterrolle sich im Raum befindet, sofern ich eine bemerke. Anders ausgedrückt: Ich kann sagen, wie ich mich fühle, oder wie der andere auf mich wirkt.

Wenn er sich einschüchternd verhält, kann ich das aussprechen. Mit Betonung auf KANN. Es bringt mir ja nichts, mir so was vorzunehmen, wenn es ich es dann im Ernstfall gar nicht wirklich hinkriege, Aber das traue ich mir zu, schließlich fällt das direkt in meine Kernkompetenz als Coach. Und das zweite, was ich sagen kann und wozu ich auch bereit bin, ist das, was ich von der Metaebene aus beobachte. Metaebene bedeutet, dass ich in dem Streit nicht nur mich sehe, sondern auch den anderen, so wie der Schiedsrichter beim Tennis von seinem Türmchen in beide Spielfelder hinein blicken kann. Das kann ich sogar super gut. Ich lebe quasi auf der Metaebene. Mir war einfach nur nie klar, wie heilsam es sein kann, so etwas in einem Streit auszusprechen.

Wen ich mich selber für eine Idiotin halte, so ist das eine Selbstverurteilung. Wenn ich es mir übel nehme, dass ich in so einer Situation mundtot bin, dann ist das auch eine Selbstverurteilung. Das ist überhaupt nicht hilfreich und ich gedenke sehr ernsthaft, damit aufzuhören. Jia Jiang hat sich das einfach gespart und statt dessen die Situationen klar betrachtet. Was für üble Ansprüche ich da an mich selber hege!

"Kim, du musst immer das Richtige sagen, du darfst keine Fehler machen, nicht ratlos sein, nicht verwirrt sein, nichts Falsches sagen, du musst immer gewinnen und als Sieger aus einem Streit hervorgehen. Und wenn du das schaffst, dann ist das auch verkehrt, denn dann warst du lieblos dem anderen gegenüber".
Also echt!
Was für ein mieser Umgang mit mir selbst. Natürlich darf und muss ich Fehler machen und da ich nur ein Mensch bin, darf ich auch mal verwirrt sein und ratlos. Statt auf mir selbst herumzuhacken, weil ich nicht perfekt war, sollte ich lieber meine Tapferkeit anerkennen, mit der ich mich gestellt habe.

Übrigens habe ich ein Buch geschrieben, das diese Thematik bereits aufgreift. Es heißt "Der innere Moralapostel". Ich beschreibe darin den moralischen Anspruch, den wir an uns selbst stellen, der aber nicht wirklich ein eil unserer Seele ist, sondern ein Konglomerat aus unseren Erfahrungen, unserer Erziehung und unseren Glaubenssätzen. Das Buch ist sehr lesenswert.
Die Erfahrungen, die ich hier oben beschrieben habe, gehen noch einen Schritt weiter. Hier geht es nicht nur um die mitunter überzogene und irrationale innere Moral, sondern da ist schon eine gehörige Portion innerer Inquisitor mit dabei.



Über den inneren Inquisitor habe ich noch kein Buch geschrieben, aber schon einmal ein Webinar gegeben bei Sofengo und auch ein Seminar darüber abgehalten. Die Inquisitoren waren jene Männer der Kirche, in im späten Mittelalter die Hexen angeklagt und verurteilt haben. Es gibt viele Protokolle jener Befragungen, denn für gewöhnlich wurde alles, was bei so einer Befragung geschah schriftlich festgehalten. Aus jenen Protokollen erkennen wir die spezielle Form der Inquisitor Logik. Und die geht so:

Wir werden dich zehn Minuten lang unter Wasser halten. Bist du dann ertrunken, dann warst du keine Hexe. Bist du dann noch am Leben, dann bist du eine Hexe und wir werden dich auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

oder so:

Angeklagte: Ich war es nicht, ich habe nichts Unrechtes getan!
Inquisitor: Seht nur, wie frech sie ihre Taten leugnet.
Angeklagte: ich gestehe, ich habe es getan.
Inquisitor: Hört euch das an, mit welcher Frechheit sie mit ihren Taten prahlt.

Erkennst du das Muster? Bei dieser Logik konnte die angeklagte Person nicht gewinnen. Da habe es keine Chance, die Angeklagten verloren immer.
Irgendwie ist es passiert, dass viele von uns, sich diese Inquisitor Logik zu eigen gemacht haben und sie innerlich gegen sich selbst richten. So wie ich es oben beschrieben habe:
"Kim, du musst immer das Richtige sagen, du darfst keine Fehler machen, nicht ratlos sein, nicht verwirrt sein, nichts Falsches sagen, du musst immer gewinnen und als Sieger aus einem Streit hervorgehen. Und wenn du das schaffst, dann ist das auch verkehrt, denn dann warst du lieblos dem anderen gegenüber".

Ausgestattet mit dieser Logik plus Selbstverurteilung ist es ganz schön schwer, sich zu entwickeln und voran zu kommen. Deshalb habe ich Jia Jiang so bewundert für seine verurteilungsfreie Art und Weise mit seinem eigenen Problem umzugehen. Davon werde ich mir einige Scheiben abschneiden.

Für alle, die jetzt wirklich Lust bekommen haben, den TED Talk mit Jia Jiang zu sehen, habe ich jetzt hier den Link eingebaut.  Damit müsste es klappen. Es ist auf Englisch aber mit deutschen Untertiteln.

https://www.youtube.com/watch?v=-vZXgApsPCQ


















1 Kommentar:

  1. Freunde da draußen, hier ist eine Person, von der ich weiß, dass Sie eine konkrete private Diskussion führen und Ihr Liebesleben neu einrichten können. Diese Person ist der immer zuverlässige Doktor Egwali, ein Zauberkundiger, der seinen Zauber einsetzte, um das Leben so vieler Menschen zu verändern, die ich heute kenne. Sie nennen es einfach Liebeszauber, Karrierestreben, Gesundheitsprobleme, was auch immer der Fall ist, Reinigungen, er ist pünktlich, um sich ohne zu zögern um Sie zu kümmern. Mein Fall war vor meinem Treffen mit ihm ziemlich hässlich, und der Rest war Geschichte. Sie können ihn über jedes dieser Medien kontaktieren
    WhatsApp / Viber +2348122948392
    Mail: dregwalispellbinder@gmail.com
    Mache eine private Session mit ihm und sei wieder glücklich.
    Alles Gute !!

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