Im letzten Blog schrieb ich ganz am Ende über das Lasieren meiner Coffee to go Hütte: "Ach, geliebte Mutter Wille, kannst du mir nicht jemanden erschaffen, der das für mich tut?"
Die kamen schon am nächsten Tag zu mir. Als ich bei meinem Bruder und meiner Schwägerin auf dem Hof war, traf ich dort zwei junge Männer, die gern bereit waren zu helfen. Klasse! Das war ja echt prompte Bedienung von der Großen Mutter. Am anderen Tag schon lasierten mir die beiden die komplette Hütte, erledigten auch den von der Hygiene verlangten Innenanstrich und verlegten den ebenfalls verlangten PVC Fußboden. Wenn man mit Nahrungsmitteln arbeitet, muss alles abwischbar sein.
Das war am Montag. Den ganzen Rest der Woche war ich noch mit allen möglichen die Hütte betreffenden Angelegenheiten beschäftigst. Mein wunderbarer Handwerker war insgesamt dreimal da und verbesserte jedes Mal die Hütte auf eine Weise, die mich faszinierte. Bei einem richtig guten Handwerker ist das alles irgendwie eine Kleinigkeit. Jetzt wackelt da nichts mehr und es klemmt auch nichts mehr. Die Fenster lassen sich auf leichtgängige Weise von Außen öffnen und sind durch dicke Schieberiegel und frostfeste Schlösser gesichert. Auch die Tür, die immer wieder von alleine aufging, hat er repariert, so dass das Türschloss jetzt immer artig ins Schloss schneppt.
Es gab noch so viel anzuschaffen, aufzutreiben und zu besorgen. Ununterbrochen bin ich mit meinem Dreirad durch Salzwedel von und zu den Baumärkten und den Restpostenläden geradelt und habe besorgt, was ich brauchte. So eine Hütte muss ja auch ausgestattet werden. Dabei ging der letzte Rest von dem Darlehen drauf, dass Gerard mir gegeben hat. Immerhin habe ich darauf geachtet, so weit als nur möglich, nur Dinge anzuschaffen, die ich später im Café weiter verwenden kann. Ich wollte das Geld nicht direkt zum Fenster rauswerfen.
Viele Leute haben mir gesagt, ich sei doch verrückt, für ein halbes Jahr noch so einen Hüttenzinnober anzuzetteln. Einige meinten sogar, das sei doch Wahnsinn. Darüber musste ich natürlich nachdenken. Mein innerer Moralapostel pflichtet dem natürlich bei - natürlich! Das passt in dein Schema! Aber eigentlich ist es gar nicht so verrückt, wenn man es genau betrachtet. Verrückt ist es doch nur von einem einzigen Standpunkt aus, nämlich vom kaufmännischen. Ich habe fast 2000 Euro in die Hütte investiert und werde ganz sicher keine 2000 mit ihr verdienen können. Kaufmännisch gesehen, ist es komplett verrückt. Aber da sind ja auch noch andere Standpunkte.
Der kaufmännische Standpunkt trachtet danach, das Geld zu vermehren. Wenn ich nicht das Geld Vermehren als Maxime anlege, sondern das Vermehren von Lebendigkeit, oder Lebensfreude, oder Kraft, oder Kontakten, oder Entwicklungsmöglichkeiten, dann ist die Hütte immer wieder ein erfolgversprechender Einfall.
Mit der Hütte habe ich ein Ziel, einen Plan, einen Willen,
ich komme in Kontakt mit vielen Menschen, habe eine erlebnisintensivere Zeit,
als wenn ich nur halb depressiv und gelangweilt in meiner Wohnung herumsitze.
Ich erlebe Freude, schöpfe wieder Kraft, die mir nach einjähriger
Arbeitslosigkeit gerade wegzurutschen drohte, kann mich auch mit Menschen
auseinandersetzen, Reibungen ebenso erleben wie Freundschaften.
Ja selbst wenn ich mich frage, was für die Menschen von Salzwedel besser
ist, Hütte oder nicht, ist die Hütte die richtigere Option. Das sagen übrigens alle. Alle Leute, die oft zum Bahnhof kommen, freuen sich darauf, dass ich die Hütte bald eröffne. Aber von wegen!
Die Behörde schrieb mir, ich müsse noch einmal kommen, um irgendetwas zu unterschreiben. Ich wusste zwar nicht was, fuhr aber dennoch ins Bürgercenter. Dort erfuhr ich, dass ich offenbar das falsche Gewerbe angemeldet hatte. Mann, was für ein dummes Missverständnis! Das hätte die Dame mir doch erklären müssen. Ich hatte ein Gewerbe für Einzelhandel angemeldet, was mich berechtigt Schokolade und anderen Kram zu verkaufen und zwar sofort, wenn ich will. Aber Kaffee fällt nicht darunter! Gibt´s denn so was? Dabei hat die Dame mir noch freundlich den Weg zu ihrem Kollegen für Brandschutz und Arbeitssicherheit gewiesen, weil ich ihr erzählte, dass ich Kaffee auf einem Gaskocher zubereiten will.
Ich habe ja noch keinen Strom in der Hütte und den bekomme ich auch nicht so bald. Es gibt da ein zweimonatiges Genehmigungsverfahren, das ich abwarten muss. Und nun erfuhr ich, dass es ein einmonatiges Genehmigungsverfahren gibt, wenn man Kaffee verkaufen will. Dabei wollte ich die Hütte doch am Freitag zum ersten Mal aufmachen. immerhin hat die Dame in der Behörde meinen letzten Besuch vor einer Woche, als ich den Einzelhandel angemeldet habe, als Termin eingetragen, so dass jetzt nur noch drei Wochen abzuwarten sind. Die "Ummeldung" von Einzelhandel auf Gastronomie kostete mich übrigens 20 Euro.
Die vorige Anmeldung hatte bereits 50 Euro gekostet und jetzt erfuhr ich auch noch, dass ich für weitere 50 Euro dir Hütte selbst anmelden musste. So wird man schnell sein Geld los! Pleite und Portemonnaie entleert kehrte ich von der Behörde zurück. Jetzt bin ich wirklich am Rand. At the edge! Kein Geld mehr auf dem Konto und auch keines mehr in der Kasse. Aus reiner Sturheit eröffnete ich am Freitag trotzdem und versuchte, mich auf das Verkaufen von Süßkram zu verlegen, da ich ja noch keinen Kaffee ausschenken durfte. Das allerdings hat nicht funktioniert. Nach vier ziemlich kalten Stunden draußen in der Hütte ohne Heizung hatte ich den stolzen Betrag von 2,75 € eingenommen. Und das ist nicht der Gewinn, nur die Einnahmen.
Ich schloss die Hütte und ging zu mir nach oben. Hoffentlich werden die Einnahmen besser, wenn ich ab dem 17. November Kaffee ausschenken darf. Ich war sehr durchgefroren und stellte mich trotzdem auf meine Fitnessgeräte. Das war unklug, denn ich zog mir während des Trainings eine gemeine Zerrung im Rücken zu. Ich hatte einfach nicht daran gedacht, aber man sollte nicht völlig kalt mit Sport beginnen. Am Samstag und Sonntag konnte ich mich kaum bewegen. Erst am Sonntag Nachmittag kam ich auf die Idee, mir meine Wärmelampe direkt an den Rücken zu stellen. Sie wurde so gnadenlos heiß, dass ich es nur höchstens zwei Minuten aushielt, aber es hat wirklich geholfen. Die Verkrampfung löste sich.
Es tut immer noch ein klein wenig weh, schließlich muss die Zerrung ja erst mal ausheilen, aber ich kann mich wieder bewegen und fühle mich nicht mehr als Invalidin. Natürlich war das eine Botschaft. So als zur Ruhe gezwungene Action Heldin konnte ich erkennen, dass ich in letzter Zeit viel zu sehr in Hektik geraten war. Da hatte ja immer ein Termin den nächsten gejagt. Ich war so permanent unterwegs gewesen, dass meine Wohnung schon ganz unaufgeräumt und teilweise sogar dreckig geworden war. So was bekommt mir aber nicht. Inzwischen hab ich schon mal die Küche und das Bad geputzt, im Wohnzimmer staubgesaugt, Müll runter gebracht und den ganzen Sachen, die eigentlich zur Hütte gehören, die ich aber erst später dort brauchen kann, einen festen Platz im Regal zugewiesen.
Am 17.11.2017 eröffnete ich dann die Hütte ganz richtig mit Kaffeeausschank und so. Ich bin anfangs um 5 Uhr morgens aufgestanden, bin quasi aus dem Bett und die Treppe runtergefallen und hab sofort die Hütte aufgemacht - ohne Umschweife sozusagen. Es war irgendwie schön. Der Bahnhof wirkte so friedlich im Schein der Straßenlaternen. Nur die ganzen Batterie betriebenen Lämpchen in meiner Hütte gaben noch weiteres Licht. Gegen 8 Uhr wurde es langsam hell. Es hat mir gut gefallen. Meine schwindende Kraft war aus dem Stand wieder hergestellt, ja mehr noch, die Arbeit in der Hütte hat mir Kraft gegeben. Zum ersten Mal weiß ich, was Gitta immer meint, wenn sie sagt, sie würde nur noch eine Arbeit annehmen, die ihr Kraft gibt.
Ehrlich gesagt, war ich so vollkommen daran gewöhnt, dass Arbeit Kraft kostet, selbst wenn sie total Spaß gemacht hat, dass ich mir nichts anderes vorstellen konnte. Und doch gibt es das! Das müssen wir ja alle wissen. Jeder sollte das wissen und sich nicht mehr mit etwas anderem zufrieden geben. Arbeit kann Kraft geben. In der Hütte habe ich das gemerkt. Diese Art von Arbeit, ich hab fast Schwierigkeiten es überhaupt Arbeit zu nennen, liegt mir so sehr, dass es wie von allein geht.
Ich BIN einfach von Natur aus freundlich. Ein freundliches Gesicht zu machen, wenn jemand in der winterlichen Kälte, tief versunken in Schal und Mantel etwas bestellt oder ein paar fröhliche Sätze von mir zu geben, trotz Müdigkeit, dass ist so zutiefst in meine innerste Natur eingekerbt, dass es von alleine passiert. Es kostet mich nichts, sondern gibt mir etwas.
Allerdings hätten die Geschäfte wirklich besser sein können, denn die Einnahmen waren erbärmlich. Ich bin kaum jemals auf 20 Euro Einnahmen gekommen, meistens eher so um die 10, 11 Euro am Tag und dabei spreche ich keineswegs vom Gewinn, sondern nur von den Einnahmen. Es wurde auch nicht besser in der Zeit, wo ich die Hütte gemacht habe. Wenn es mir nicht so viel Spaß gemacht hätte, hätte ich gleich wieder schließen können. aber ich hatte ja eh nichts Besseres zu tun.
Was aber wirklich faszinierend und toll war, war die Funktion der Hütte als Infobörse. Also das ist noch mehr mein Ding als alles andere. Die Menschen kommen an die Hütte, trinken einen Kaffee, während sie auf ihren Bus oder ihre Bahn warten und erzählen mir die interessantesten Dinge. Okay, nicht alle. Es ist schon auch mal vorgekommen, dass jemand mich fürchterlich zugetextet hat mit besserwisserischem Kram. Einmal hat so jemand sogar die nette Tierärztin vertrieben, mit der ich mich viel lieber unterhalten hätte. Das war schade, aber insgesamt, waren die Menschen sehr kenntnisreich, kompetent und wissend.
Immer, wenn wieder mal jemand so auf mich eingeredet hat, hab ich versucht, das Gespräch auf etwas zu bringen, von dem ich zu wenig weiß, damit ich etwas Interessantes von ihm erfahre. (Wir beachten beiläufig, dass ich hier von IHM geschrieben habe, der männlichen Form. Es ist mir nämlich nie mit einer Frau passiert.) Oft funktioniert das. Ein Busfahrer erzählte mir, wie die neuen Gas betriebenen Busse so fahren und erklärte mir, woran ich sie erkenne. Interessant! Ich bekam auch gute Tipps von vielen Menschen, die in der Gastronomie arbeiteten oder darin selbständig waren. Ist alles gespeichert in meinem Supergedächtnis.
Und eines Tages kam jemand und sagte: "Ich habe gehört, Sie machen das Cafè jetzt gar nicht mehr, sondern ein Bäcker aus Lüchow?" Damit hatte er schon mal eine kleine Zündschnur angezündet. Die Bombe sollte kurz darauf platzen.
Tatsächlich hatte ich selbst auch bereits so ein komisches Gefühl entwickelt. Irgendetwas stimmte nicht mehr. Zuerst hatte ich das gespürt, als ich plötzlich nicht mehr durch das Cafè gehen durfte. Es war plötzlich abgeschlossen und die anderen Türen mit einer Kette verhängt. Mir wurde gesagt, das sei nur wegen der Handwerker, aber ich spürte, dass da mehr dahinter steckte. Dann kamen noch ein oder zwei weitere Momente hinzu und schließlich merkte ich selbst, wie sehr das meine Gefühle verdüsterte. Darum schickte ich meinem Vermieter eine Whatsapp und fragte, ob wir ein Problem hätten.
Wie es sich herausstellte, hatten wir das wirklich. Er wollte nicht mehr, dass ich das Café eröffne, sagte sogar, wir hätten das so ja gar nicht vereinbart (???!!!???) Er hätte ja von Anfang an gewollt, dass Nadine das macht, weswegen er ja auch mit ihr den Vorvertrag gemacht habe und nicht mit mir.
Oh je, was war ich dumm! Damals hatte er gesagt, ich solle nicht im Vorvertrag stehen, weil er sich nicht der Mauschelei beschuldigen lassen wollte. schließlich sei ich ja schon seine Mieterin. Ich fand das zwar nicht plausibel, hatte aber auch nichts dagegen gesagt. Mit so etwas habe ich einfach nicht gerechnet.
Könnt ihr euch vorstellen, was diese Antwort in mir ausgelöst hat? Im ersten Moment war ich nur absolut und total aufgeregt. Ich hätte gar nicht sagen können, ob und was ich fühle, ob ich wütend sei, enttäuscht oder traurig oder so. Ich war einfach nur total aufgeregt. Es war schon Abend und ich fragte mich, wie ich es wohl schaffen sollte, zu schlafen in der Nacht. Am Morgen wollte ich ja die Hütte aufmachen. Inzwischen war ich dazu übergegangen, erst um 6.30 Uhr zu öffnen, weil ich nie etwas vor 6.50 Uhr verkauft hatte, aber das bedeutete ja dennoch Aufstehen um 6 Uhr. Mein Vermieter whatsappte mir, er würde morgen in Salzwedel sein und dann könnten wir darüber reden.
Ich schlief in der Nacht sehr unruhig, wachte immer wieder auf und merkte, dass emotionale Prozesse durch mich durch rollten. Jedes Mal wenn ich wieder aufwachte, war ein neuer Aspekt des Themas in meinem Kopf, so als ob mein Unterbewusstsein eine Inventur der Situation durchführte. Das fand ich gut. Ich fühlte mich nämlich zunächst sehr überfordert damit, so aus dem Stand zu überblicken, was das nun alles für mich bedeutete, wie ich reagieren sollte, welche Hebel gedrückt und welche Strippen gezogen werden müssen. Das war auf einmal so viel und so plötzlich über mich herein gebrochen. Gut, dass mein Unterbewusstsein sich darum kümmerte.
Am Morgen wurde mir klar, dass ich die Hütte nicht aufmachen konnte. Nicht nur wegen Schlafmangel, sondern vor allem, um den Vermieter nicht zu verpassen, der mit mir sprechen wollte. Außerdem waren so viele Prozesse in mir am Laufen, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren konnte. Der Vermieter kam nicht. Gegen 12 Uhr whatsappte er mir, es habe nicht geklappt, wir würden das Gespräch bald nachholen. Es dauerte dann fünf oder sechs Wochen, bis wir das Gespräch endlich führten. In dieser langen Zeitspannte hat sich sehr vieles in mir komplett verändert. Auch am Dienstag öffnete ich die Hütte nicht, weil ich immer noch mit meinem Schock beschäftigt war, aber am Mittwoch ging es dann schon wieder.
Es war aber irgendwie kaputt.
Ich stand des Morgens in der Hütte, blickte hinaus in die milde Dunkelheit und den friedlichen Bahnhof, fand es immer noch schön, aber es war kaputt. Da war eine Verdunklung. Wie soll ich es anders ausdrücken? Vorher hatte ich mich immer gut gefühlt am Bahnhof, mit dem Bahnhof und die ganze Unbill der Baustelle hatte mich auch nicht wirklich gestört. Es war, als hätte ich meinen inneren Frieden zumindest teilweise verloren. Der Vermieter hatte auch angemerkt, es sei etwas, das er in meinem Blog gelesen habe, weswegen er das Vertrauen in mich verloren hatte.
Diesen Blogbeitrag hier habe ich am 8. November 2017 angefangen. Danach bin ich verstummt und zwar bis heute. Heute ist der 7.2. 2018. Das sind drei Monate. Was ist da passiert? Was ist mit mir passiert? Ich werde es im nächsten Blog beschreiben, den ich schon morgen anfange, versprochen. Ich war wirklich aus der Bahn geworfen, aber ich finde meine Bahn jetzt wieder. Vor drei Tagen hat mir eine nette Frau geschrieben, die diesen Blog gelesen hat. Sie wollte wissen, was los ist. Außerdem hat mir Gitta auf die Sprünge geholfen. Ich wandelte wirklich in einem trüben Tal. Davon erzähle ich morgen und vor allem natürlich, was ich daraus gelernt habe, wie ich mich da wieder rauswirtschaften konnte und wie es nun weitergehen wird.










Freunde da draußen, hier ist eine Person, von der ich weiß, dass Sie eine konkrete private Diskussion führen und Ihr Liebesleben neu einrichten können. Diese Person ist der immer zuverlässige Doktor Egwali, ein Zauberkundiger, der seinen Zauber einsetzte, um das Leben so vieler Menschen zu verändern, die ich heute kenne. Sie nennen es einfach Liebeszauber, Karrierestreben, Gesundheitsprobleme, was auch immer der Fall ist, Reinigungen, er ist pünktlich, um sich ohne zu zögern um Sie zu kümmern. Mein Fall war vor meinem Treffen mit ihm ziemlich hässlich, und der Rest war Geschichte. Sie können ihn über jedes dieser Medien kontaktieren
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Mache eine private Session mit ihm und sei wieder glücklich.
Alles Gute !!