Donnerstag, 8. Februar 2018

Doch kein Café Anhalt

8.2.2018
Wie gestern versprochen beginne ich nun heute den Post, in dem ich beschreibe, wie das alles war und was nun werden soll. In dem gestrigen Post schrieb ich:
"Diesen Blogbeitrag hier habe ich am 8. November 2017 angefangen. Danach bin ich verstummt und zwar bis heute. Heute ist der 7.2. 2018. Das sind drei Monate. Was ist da passiert? Was ist mit mir passiert? Ich werde es im nächsten Blog beschreiben, den ich schon morgen anfange, versprochen. Ich war wirklich aus der Bahn geworfen, aber ich finde meine Bahn jetzt wieder. Vor drei Tagen hat mir eine nette Frau geschrieben, die diesen Blog gelesen hat. Sie wollte wissen, was los ist. Außerdem hat mir Gitta auf die Sprünge geholfen. Ich wandelte wirklich in einem trüben Tal. Davon erzähle ich morgen und vor allem natürlich, was ich daraus gelernt habe, wie ich mich da wieder rauswirtschaften konnte und wie es nun weitergehen wird".

Von dem Moment an, da ich erfuhr, dass mein Vermieter mich das Café nicht mehr machen lassen will, begannen intensive Prozesse in mir. Zuerst war ich aufgeregt, wie ich gestern ja schon beschrieb und zuerst wusste ich auch gar nicht, wie ich denn reagieren sollte. Eine innere Stimme sagte mir, ich müsse mein Recht einklagen. Viele Menschen im Außen sagten das auch. Auch wenn wir keinen Vorvertrag gemacht haben, gibt es doch so etwas wie einen mündlichen Vertrag. Ich vermute mal, dass kein Gericht annehmen würde, ich hätte meine 11600 Euro ohne jede Absprache auf gut Glück ausgegeben. Aber zugleich merkte ich auch, dass sich dieser Gedanke irgendwie nicht stimmig anfühlte. Was stimmte nicht? Zuerst hatte ich Schwierigkeiten, das überhaupt in mir klar zu kriegen.


Daran merke ich, dass ich auch alt werde. Früher haben mich Denkprozesse nie überfordert. Jetzt ist es mir so deutlich, dass Denkprozesse Zeit benötigen und nicht in Null Zeit durchlaufen können. Wie habe ich das denn bloß früher gemacht? Da kannte ich das gar nicht. Na egal, jetzt brauchen meine Denkprozesse und auch meine emotionalen inneren Prozesse jedenfalls ihre Zeit. Ich muss mir Schritt für Schritt darüber klar werden, was ich will und wo ich stehe.
So ziemlich als eines der ersten erkannte ich, dass ich den Bahnhof nicht mehr machen will. Plötzlich fühlte sich das alles gar nicht mehr gut an.
Ich weiß, jeder "vernünftige" Mensch würde sein Recht einklagen, oder es zumindest versuchen. Aber dabei ginge es ja nur ums Prinzip. Es ginge nicht mehr um meinen Willen.

Schlagartig wollte ich das Bahnhofscafé nicht mehr machen. (Betonung hier auf wollen) Die Freude und die Leichtigkeit hatte das Projekt mit einem Schlag verlassen, als ob jemand einen großen Eimer Wasser auf ein kleines Feuer gekippt hätte und es damit einfach verloschen war. Kaum jemand konnte das verstehen. Alle sagten mir immer wieder, ich solle mein Recht einklagen. Aber mein Wille war verloschen. Wenn ich das jetzt einklage, mich durchsetze, das Bahnhofscafé trotzdem eröffne, dann folge ich irgendwelchen Prinzipien und Vorstellungen darüber, was richtig und falsch ist, aber ich mache dann nicht mehr das, was ich will. Es ist verdammt leicht, vom eigenen Willen wegzurutschen und auf die Schiene solcher Prinzipien zu geraten. Und schon kämpft man für sein Recht, tut dies, das und jenes und hat völlig vergessen zu fühlen, zu FÜHLEN, ob man das eigentlich auch will. Man tut es, weil man es für richtig hält. Das aber ist Kopf. Das ist nicht Wollen und das ist auch sehr anstrengend und kraftraubend.

Im ersten Moment hatte ich allerdings überhaupt keine Ahnung, was ich denn statt dessen will. Ich schwebte erst mal eine Weile im gedanklichen Nirwana herum. Auf das Gespräch mit dem  Vermieter musste ich lange warten. In diesen fünf oder sechs Wochen Wartezeit, veränderten sich meine Empfindungen ihm gegenüber immer mehr und mehr. Irgendwann fand ich es einfach nur gemein von ihm. Er musste sich doch darüber klar sein, was er mir da angetan hatte und wie sich das anfühlt. Als das Gespräch schließlich stattfand, war es eigentlich nutzlos. Seine Meinung stand längst fest. Er hatte inzwischen auch mit Verhandlungen mit anderen Parteien begonnen. Er saß mir gegenüber, hörte mir auch zu, gab mir aber keinerlei Antworten, mit denen ich etwas hätte anfangen können.

Ich finde, er hätte versuchen können, mir zu helfen. Vielleicht würden einige Leser nun sagen: "Aber Kim, so ist das Geschäftsleben nun einmal. Fressen oder gefressen werden und so weiter..." Und bestimmt wäre das auch nicht unrichtig. Es gibt Geschäftsleute, die sich so eine Welt erschaffen und in so einer Welt bewegen. Für die ist das sicherlich ganz normal. Das sind aber nicht alle. Seit ich jetzt auf der Suche nach einem neuen Objekt für mein Café bin, habe ich mehrere Makler und Immobilienbesitzer kennengelernt und da sind keineswegs alle so. Der nette Herr Welkisch, Inhaber des Altstädter Bahnhofs hier in Salzwedel, war überaus freundlich und gab sich so viel Mühe mir gute Tipps zu geben, auch als schon klar war, dass mir sein Objekt zu teuer sein würde. Mindestens eine halbe Stunde lang hat er noch darüber nachgedacht, wo andere freie Objekte in der Umgebung sind, die zu meinem Projekt passen könnten.


Mein Vermieter hätte ja auch so etwas sagen können wie etwa: "Frau Barkmann, ich habe da noch einen anderen Bahnhof in Tangermünde, vielleicht könnten Sie ihr Projekt dort verwirklichen?" Ich weiß natürlich gar nicht, ob das ginge. Es ist nur ein Beispiel. Herr Welkisch hatte auch keinerlei finanziellen Vorteil davon, sich für mich Gedanken gemacht zu haben und mich mit Ideen zu unterstützen. Er hat es einfach so gemacht. Es lag ja auch kein finanzieller Schaden für ihn darin. Niemand zwingt einen Geschäftsmann zum Unmenschen zu werden. Das ist eine Entscheidung, die sie selbst treffen. Der Altstädter Bahnhof hat mir schon sehr gut gefallen, ist aber für mich unbezahlbar. Dabei ist er gar nicht zu teuer. Es ist ein großes, gut ausgestattetes gut renoviertes Objekt. Das ist dieses Geld schon allemal wert. Aber ich kann nicht jeden Monat 1800 Euro Kaltmiete aufbringen.

Am Telefon sagte mein Vermieter mir auch, er habe meinen Blog gelesen und dadurch das Zutrauen zu mir verloren. Dieser Satz warf mich mehr zurück als alles andere. Ernsthaft, kein Scheiß, das hat mir zu schaffen gemacht. Dann haben die anderen natürlich alle gefragt, was es denn gewesen sei, das er da gelesen habe. Das wusste ich aber nicht, weil ich ja so lange auf das Gespräch warten musste. Da habe ich ihn das dann natürlich gefragt. Das hat mich irgendwann richtig wütend gemacht, wenn die anderen mit mir darüber herumrätseln wollten. Verdammt! Der Blog war doch schon so lang und mit so vielen Beiträgen zu wer weiß wie vielen Themen. Was weiß denn ich, was der nun gerade gelesen hat. Außerdem habe ich ernsthafte Zweifel daran, dass er überhaupt meinen Blog gelesen hat. Bestimmt hat er sich nur einen Absatz oder so zu Gemüte geführt, auf den ihn jemand aufmerksam gemacht hat.



Eigentlich hat es mich überrascht, dass überhaupt jemand meinen Blog liest. Da ich ja nie irgendwelche Reaktionen bekomme, dachte ich, im Grunde klicken die Leute den Blog nur mal kurz an, überfliegen ein paar Zeilen und gehen dann weiter. Aber irgendjemand hat da was gelesen und es ihm gesagt. Was, wusste ich nicht. Das hat mich in ernsthafte Selbstzweifel gestürzt: "Ich bin zu offen. Das ist es bestimmt. Das ist ein Fehler. Das ist dumm, naiv oder einfach bescheuert. Das war doch zu erwarten. Warum machst du das überhaupt? Ist das zwanghaft? Bestimmt! Ich bin unfähig, unwichtig, ein Dummchen, eine Niete, Loserin. Klar werde ich über den Löffel barbiert."

Wie diejenigen, die meinen Blog evtl. doch lesen, bestimmt gemerkt haben, bin ich daraufhin für drei Monate verstummt. So hat mich das getroffen. Wie eine dunkle Wolke legte sich das über meine Seele und sorgte für eine dreimonatige Verdüsterung. Dabei habe ich noch nicht einmal gemerkt, dass es dieses Thema ist. Die Verdunklung habe ich natürlich bemerkt. Jemand, der das Licht so braucht wie ich merkt, wenn es dunkler wird. Aber ich konnte so schnell nicht identifizieren, woran das lag. Ich konnte auch so schnell nicht erkennen, wie sehr mich das insgesamt geschwächt und von mir selbst abgebracht hat.

Jetzt, in diesem Moment, wo ich das schreibe, könnte ich gleich losweinen, so traurig macht mich das immer noch. Ich habe so vieles erst einmal nicht verstanden.
Wo fange ich an zu erzählen? Nehmen wir mal meine Offenheit, die ich auf einmal nur noch als Schwäche sehen konnte.
Also, das ist gar keine Schwäche, sondern eine Kraftquelle. Fakt!
Ich gewinne Kraft daraus, dass ich mit guten Menschen und Freunden offen und ehrlich sein kann. Es stärkt mich und es stärkt die anderen Menschen, die mit mir reden, auch. Es kann gut sein, dass es dich stärkt, dies hier zu lesen. Vielleicht fühlst du dich verstanden oder ermutigt oder sonstwie gestärkt dadurch. Es ist eine Quelle.


Während der zweieinhalb Monate, in denen ich die Coffee to go Hütte betrieb, nutzte ich diese Kraftquelle auch die ganze Zeit über. Ich konnte immer erkennen, welche Menschen in Ruhe gelassen werden wollten und welche gern reden wollten. Die meisten möchten reden, aber sie sind nicht so offen. Sie trauen sich nicht so recht, bleiben in Allgemeinplätzen stecken und im Small Talk. Dennoch nahm ich ihre Sehnsucht wahr. Und dann habe ich immer gnadenlos gefragt: "Und? Wo soll`s denn heute hingehen?" Schließlich waren wir ja am Bahnhof. Die Menschen haben dann angefangen zu erzählen und schon nach fünf Minuten waren wir bei interessanten Themen angekommen und hatten die Ebene des Small Talk verlassen.

Ich konnte sehen, wie das den meisten Menschen gut tat und mir selbst auch. Gitta berichtete mir kürzlich von einer Studie, die nachgewiesen hat, dass solche Gespräche, also kurze aber intensive Gespräche mit eher Fremden, ganz oben auf der Liste der Dinge rangieren, die für die seelische und körperliche Gesundheit der Menschen bedeutsam sind. Gute Gespräche mit Freunden stehen natürlich auch ganz oben auf dieser Liste. Wenn wir Menschen solche Gespräche brauchen, um gesund zu bleiben, gleichzeitig aber zu scheu sind, um mit Fremden über Wettergespräche hinauszukommen, dann sind Menschen wichtig, die uns über die Schwelle bringen.


Es ist eine Kraft, eine Qualität und keine Schwäche. Und es ist ein wichtiger Teil von mir. Das ist nicht nur irgend so eine dumme Angewohnheit, nein es macht mich aus. Es ist ein Teil des Kim Seins in mir. Aber da geht es noch weiter in der Erkenntnisrichtung.
Ich habe echt lange gebraucht, aber schließlich habe ich doch erkannt, wo hier die wirkliche Schwäche lauert. Mein Vermieter selbst ist überhaupt nicht offen. Dasselbe habe ich bei jenen Immobilienbesitzern bzw. Maklern beobachtet, die auch nicht besonders hilfreich oder nett waren. Vielleicht denken sie, das sei eine Stärke, aber in Wahrheit sind sie schwach. Hinter ihrem Schweigen verbergen sich Ängste. Da ist so viel sich nicht Trauen, nicht über die Schwelle kommen Können, lieber nichts riskieren Wollen, so viel die persönliche Unzulänglichkeit verbergen wollen in diesem scheinbar cleveren geschäftsmännischen Verhalten drin.

In den Jahrzehnten meines bisherigen Lebens habe ich an all jenen Themen in mir gearbeitet und sie bewältigt. Schwer zu glauben, aber auch ich war mal schüchtern und ängstlich. Als ich noch zur Schule ging, war ich so voller Selbstverurteilung, dass ich schon deswegen oft nicht gesprochen habe. Ich hatte das Gefühl, alles, was ich sage, ich falsch. Ich bin immer daneben. Benehme mich seltsam. Im Laufe all der Jahre und Jahrzehnte habe ich das abgearbeitet, habe mich befreit, gestärkt, ermutigt, lieben gelernt. Und ich war immer, wirklich immer mutig. Egal, wie viel Angst ich auch vor bestimmten Begegnungen hatte, ich habe mich nie gedrückt, sondern mich immer gestellt. Ich habe gelernt, mich entwickelt, bin gewachsen, wurde netter, freier, lustiger, stärker, selbstbewusster, weiser und mehr.

Meine heutige Offenheit ist das Ergebnis dieses langen, tapferen Prozesses, den ich im Alter von vierzehn Jahren begann. Das ist Stärke und nicht Dummheit. Puh hat das gedauert, bis ich das klar hatte. Was hat diese Bemerkung meines Vermieters nur reingehauen bei mir. Wieso diese heftige Reaktion meinerseits? Interessant genug, da mal genauer hinzuschauen.
Tatsächlich verbarg sich da noch ein unaufgearbeitetes Thema. Ich will niemanden damit langweilen, deswegen beschreibe ich es nur kurz.

Mir wurde von Kindheit an vermittelt, dass nicht nur ich ungewollt bin, sondern auch mein Output. "Kinder gehören ins Kinderzimmer" dürfte wohl einer der Sätze sein, die meine Schwester und ich am häufigsten zu hören bekamen. Mit dem Kinderzimmer bekamen wir die Vorstellung präsentiert, es gäbe doch etwas für uns, schließlich hätten wir doch sogar ein eigenes Zimmer. Aber in Wahrheit ging es doch nur darum, uns nicht hören und sehen zu müssen. Wir wurden doch nicht ins Kinderzimmer verbannt, weil meine Eltern meinten, das sei pädagogisch gut für uns sondern, weil sie keinen Bock auf uns hatten. Das kann bei anderen Eltern natürlich ganz anders gewesen sein. Bei uns war es so.

Dabei wurde die Tatsache, dass wir ja nicht grundlos unser Refugium verlassen hatten, sondern weil wir Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit und Kommunikation hatten, völlig außer Acht gelassen. Das hat für mich bewirkt, dass ich tief in meiner Seele selbst auch immer das Gefühl hatte, ich sei unwichtig, sollte mich lieber verziehen und niemanden interessiert, was ich von mir gebe. Deshalb konnte ich mir auch nicht wirklich vorstellen, dass jemand meinen Blog liest. Ich komme ja mit meinem Blog in die Welt mit haargenau denselben Bedürfnissen, die mich seinerzeit aus dem Kinderzimmern zu meinen Eltern führten. Ich wollte doch bloß ein bisschen erzählen, von der Schule, vom Spielen mit Freunden, von meinen Erlebnissen. Im Grunde genau, was ich hier mit dem Blog mache.

Meine Bücher schreibe ich anders und mit anderen Absichten. Aber hier im Blog erzähle ich bloß ein bisschen, meinen eigenen kommunikativen Bedürfnissen folgend. Es ist wirklich wahr, aber in meiner Kindheit hat es niemanden, aber absolut niemand Erwachsenen gegeben, der mit mir geredet hat. Einmal bekam ich auf dem Schulhof einen hysterischen Anfall. Ich begann zu kreischen und glaubte, keine Luft mehr zu bekommen. Da war ich noch in der Grundschule. Meine Lehrerin nahm mich schweigend an die Hand und führte mich in einen leeren Klassenraum. "Warte hier", sagte sie mir. Ich wartete. Schließlich kam sie wieder und führte mich schweigend wieder in meine Klasse zurück.

Kein Gespräch, keine einzige Frage. Arme, kleine Kim. Sorry, aber das musste ich einfach schreiben. Es war, als wollte mir das Schicksal mit der Baseballkeule einbläuen: "Du bist unwichtig. Niemand interessiert, was du zu sagen hast." Heutzutage wissen wir ja inzwischen, dass noch jüngere Kinder sogar an Aufmerksamkeitsmangel sterben können. So klein war ich damals schon nicht mehr, aber noch klein genug, dass es immerhin weh genug tat, einen hysterischen Anfall zu bekommen. Ich glaubte, keine Luft mehr zu bekommen, wie ein Fisch auf dem Trockenen. Und so war es ja auch. So wie ein Fisch das Wasser braucht, nicht weil er wassersüchtig ist, sondern weil es sein Element ist, so braucht eine kommunikative Persönlichkeit Gespräche. Bekommt sie die nicht, fühlt sie sich wie ein Fisch auf dem Trockenen, glaubt zu ersticken.

Ich schreibe diesen Blog einfach, weil es meiner Natur entspricht. Heutzutage habe ich ja richtig gute Freunde, die gern mit mir reden und wo auch immer ich gehe und stehe, werde ich in Gespräche verwickelt. Die harten Zeiten von damals sind vorbei. Aber das bloggen, so wie ich es betreibe, ist auch nichts anderes, als einfach ein wenig erzählen, was so läuft, was in mir vorgeht, was mich bewegt. Ohne besonderen Anspruch, ohne tiefere Absichten. Und dann wird mir vermittelt, mein Blog, meine Offenheit habe mir sogar geschadet. Der Vermieter hat das Zutrauen in meine Fähigkeit, das Café zu führen verloren, durch etwas, das er in meinem Blog gelesen hat. Ich habe etwas geschrieben, das zu seinem Vertrauensverlust führte.

Das hat diese alten, schmerzlichen Empfindungen wieder hochgeholt. Kinder gehören ins Kinderzimmer. Ein Café ist etwas für Erwachsene. Du bist unwichtig!
Aber weißt du was? Ich bin gar nicht unwichtig. Hinter so einem Gedanken verbergen sich Irrtümer. Irrtümer darüber, was genau denn eigentlich in dieser Welt wichtig ist. Was braucht diese Welt denn wirklich? Noch mehr unmenschliche, Geld scheffelnde Unternehmer? Noch einen Null-Acht-fünfzehn Bäcker im Bahnhof? Brauchen wir den wirklich?
Ich glaube, wir können alles brauchen, was dazu beiträgt. Menschen zu stärken, zu ermutigen, sich selbst zu vertrauen und ihre Träume zu leben. Wir brauchen auch mehr Menschlichkeit, mehr Weisheit und Güte, mehr Inspiration, mehr Gemeinschaftssinn und alles, was dazu beiträgt, dass Menschen, so unterschiedlich sich auch sind, immer in dem Element leben können, das zu ihnen gehört. Jeder Fisch in seinem richtigen Wasser.

Es gibt sehr viele, viele Projekte, die genau dazu beitragen wollen und auch können. So viele schöne Ideen, so viele tolle kreative Ansätze. Ich bin da mit meinem kleinen Cafè Anhalt Projekt, das als Kultur Café geplant war, ganz sicher nicht einzigartig, muss ich ja auch gar nicht sein. Aber ich bin eben auch eine davon. Wichtig zu sein, heißt ja auch nicht gleich, dass meine Entscheidungen die ganze Welt verändern. Es reicht ja aus, wenn ich wichtig bin für einige Menschen.
Das war ich längst. Ehrlich gesagt war ich das schon Hunderte von Malen. Ich habe ja als De Wise Fru zwanzig Jahre lang mit Menschen gearbeitet und Menschen inspiriert, mehr sie selbst zu sein, ihrem Glück zu folgen, sich zu trauen.


Es wird Zeit, die alte Wunde zu schließen. Ich will hier nicht angeben. Das sei mir ferne, aber zu glauben, ich sei unwichtig, ist angesichts der Tatsachen auch irgendwie unrealistisch. Ich erzähle jetzt hier ein Beispiel, nur ein einziges stellvertretend für all die anderen:

Als ich gerade erst mein Seminarhaus in Altensalzwedel gekauft hatte, kam zu mir eine Frau, die ihr ganzes Leben bisher als unterdrückte, eingeschüchterte Frau gelebt hatte. Sie hatte sich von Männern so ziemlich alles gefallen lassen. Als sie mich sah, wie ich da zwischen Bergen von Unkraut und Schutt in dem damals noch sehr renovierungsbedürftigen Haus und Garten meine eigenen Wege bahnte, da schwante ihr, dass Frauen stärker sein können, als sie gedacht hatte. Sie begann, meine damaligen Seminare zu besuchen und bahnte sich ihren eigenen Weg zu sich selbst. Alles änderte sich in ihrem Leben, absolut alles: Arbeit, Partner, Verhältnis zu den Eltern und Geschwistern, Ihr Verhältnis zu ihren Kindern, ihr Wohnort. In der Ruine ihres früheren Lebens blieb sozusagen kein Stein auf dem anderen.

Das hat natürlich Zeit gekostet, Scheidung, Partnersuche, Weiterbildung und so weiter, aber sie erbaute sich ihr eigenes Glück mit ihrer eigenen Kraft. Heute lässt diese Frau sich von niemandem mehr unterdrücken, hat einen großartigen Ehemann, versteht sich prächtig mit ihren Kindern und hat ein liebevolles, aber auch starkes Verhältnis zu ihren Eltern gefunden. Sie ist inzwischen selbständig und verdient gutes Geld.
Mir gefällt dieses Beispiel besonders, weil es zeigt, dass nicht ich es war, die dieses Wunder vollbracht hat. Nein, das war sie selbst. Sie hat sich ihr Glück mit ihrem eigenen Mut und ihrer eigenen Kraft aufgebaut. Und doch wäre es ohne mich niemals passiert.

Wenn wir wichtig für andere sind, dann ist es nicht deswegen, weil wir besonders toll sind. Das müssen wir auch gar nicht sein. Wir werden nur aus einem einzigen Grunde wichtig für andere: Weil, und auch nur wenn wir es wagen, wir selbst zu sein.

Ich habe vor Schreck aufgehört zu schreiben, als mein Vermieter mir sagte, er habe dadurch das Vertrauen in mich verloren. Heute sage ich: Vielen Dank dafür! Ohne Sie wäre ich auf mein altes noch unaufgelöstes Problem gar nicht aufmerksam geworden. Jetzt ist es (hoffentlich) gelöst. Ich schreibe wieder und zwar im Bewusstsein der Tatsache, dass dies nicht meine Schwäche ist, sondern meine Kraft und dass diese wichtig sein kann für andere Menschen.

Übrigens, bestimmt möchtest du wissen, was es denn nun war, das er da gelesen hat. Es war der so ziemlich letzte Satz des letztes Blogs vor meinem dreimonatigen Verstummen. Da schrieb ich, ich wolle die Hütte nicht selbst lasieren, dazu hätte ich einfach keine Lust und ich bat die Große Mutter, mir jemanden zu senden, der das für mich tut. Dieser Satz hat ihn glauben lassen, ich sei wohl faul und unzuverlässig, würde nicht tun, was getan werden muss, nicht ordentlich ranklotzen, wie man das als Selbständige muss.

Er konnte das auch gar nicht verstehen, weil ich die Auflösung, die ja schon am anderen Tag kam, nicht mehr veröffentlich hatte. Einen Tag später kamen zwei junge Männer, die mir gern helfen wollten. Sie lasierten und strichen die Hütte. Das habe ich inzwischen veröffentlicht im gestrigen Blog, aber eben erst gestern. Ich wollte damit ja auch etwas sagen. Die Botschaft war, dass wir der Freude folgen sollten und nicht der Pflicht. Wenn man sich das wirklich traut, dann funktioniert es auch. Ich bin nicht faul, gar nicht. Aber ich halte nichts davon, sich alles und jedes aufzulasten. Das ist nicht der Weg zum Erfolg. Das ist der Weg zum Herzinfarkt.

Wenn du einem Flow folgst, dann surfst du auf einer Welle der Kraft. Dann kannst du unglaublich leistungsfähig arbeiten. Suche lieber den Flow, statt immer nur auf die Pflicht zu hören. Es kann andere geben, für die das ein Flow ist, was dir Pflicht gewesen wäre. Übrigens habe ich darüber inzwischen ein Buch geschrieben: "Der innere Moralapostel". (Von wegen faul! Ha!) Es ist bei Amazon oder überall im Handel zu bekommen und kostet nur 10 Euro. Ich kann es dir sehr empfehlen. Das Buch soll dazu beitragen, dass sich mehr Menschen aus der Umklammerung des Pflichtdenkens befreien, um ihre eigenen Kraftwellen zu finden, auf denen sie surfen können.


So, jetzt habe ich mir das wichtigste von der Seele geschrieben. Ich höre für heute auf, aber ich werde nicht wieder so lange verstummen. Bis bald also.
P. S. Selina sagt Hallo bzw. Miao.


















 
 











1 Kommentar:

  1. Freunde da draußen, hier ist eine Person, von der ich weiß, dass Sie eine konkrete private Diskussion führen und Ihr Liebesleben neu einrichten können. Diese Person ist der immer zuverlässige Doktor Egwali, ein Zauberkundiger, der seinen Zauber einsetzte, um das Leben so vieler Menschen zu verändern, die ich heute kenne. Sie nennen es einfach Liebeszauber, Karrierestreben, Gesundheitsprobleme, was auch immer der Fall ist, Reinigungen, er ist pünktlich, um sich ohne zu zögern um Sie zu kümmern. Mein Fall war vor meinem Treffen mit ihm ziemlich hässlich, und der Rest war Geschichte. Sie können ihn über jedes dieser Medien kontaktieren
    WhatsApp / Viber +2348122948392
    Mail: dregwalispellbinder@gmail.com
    Mache eine private Session mit ihm und sei wieder glücklich.
    Alles Gute !!

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